Ein Unwetter mit starkem Regen, Blitz, Hagel und heftigen Böen ist am Dienstagabend über den Südwesten gefegt und hat vor allem im Nordschwarzwald Rettungskräfte auf Trab gehalten. Bei Pforzheim und Karlsruhe standen zahlreiche Keller unter Wasser; im Kreis Calw waren sogar zwei Schneepflüge im Einsatz, um dicke Schichten von Hagelkörnern von der Straße zu schieben. In Murg (Kreis Waldshut) ging vermutlich nach einem Blitzeinschlag das Dachgeschoss eines Reihenhauses in Flammen auf. Dabei entstand ein Schaden von rund einer halben Million Euro, verletzt wurde niemand. Alle Bewohner, auch die der angrenzenden Häuser, konnten sich retten. Bei Pforzheim drückten Wassermassen eine Terrassentür ein, teilte die Feuerwehr am Mittwoch mit.
Von Geröll bedeckte Straßen und Hagelkörner machten den Rettungskräften im Kreis Calw zu schaffen. Bei Calw, Wildberg, Neubulach und Altensteig mussten zwei Schneepflüge Hagelkörner von der Fahrbahn schieben. Die Polizei sprach von „winterlichen Straßenverhältnissen“. In Senken bedeckte eine bis zu einem halben Meter hohe Hagelkörner-Schicht die Straße, so die Polizei.
Ein 35-jähriger Autofahrer fuhr am späteren Dienstagabend in Wildberg (Kreis Calw) gegen einen Baum, nachdem sein Wagen auf Hagelkörnern ins Schlittern gekommen war; der Mann wurde leicht verletzt. Etwas später geriet in der Nähe auch ein 31-jähriger Autofahrer deshalb ins Schleudern.
Im Kreis Karlsruhe musste die Feuerwehr nach 19.00 Uhr vor allem ausrücken, um voll gelaufene Keller auszupumpen. Auch musste sie sich um herausgespülte Gully-Deckel und überflutete Straßen kümmern. Auf der Autobahn 5 bei Karlsruhe sorgte ein heftiger Guss für Aquaplaning-Gefahr. Die Albtalstrecke zwischen Etzenrot und Fischweier wurde so mit Schlamm verschmutzt, dass sie für Stunden voll gesperrt werden musste.
Allein im Enzkreis mussten die Rettungskräfte mehr als 30 Mal ausrücken, um vollgelaufene Keller leer zu pumpen oder Wasser aus einer Unterführung zu saugen. Zwischen 19.35 und 22.00 Uhr gingen bei der Pforzheimer Feuerwehr rund 100 Notrufe ein, weshalb sie 60 Mal ausrückte. In einem Neubaugebiet in Keltern-Ellmendingen sammelte sich auf einer Terrasse laut Feuerwehr das Wasser bis zu einem Meter hoch und drückte die Terrassentür ein. Die dahinter liegende Wohnung wurde von einer Schlamm-Wasser-Lawine verwüstet.
Quelle: Pressemitteilung Innenministerium BW
