Viele Beförderungen, bestätigte Kommandantur und eine Ehrung für 70-jährige Mitgliedschaft

Mit diesen Worten lässt sich die Hauptversammlung der Feuerwehr Oberkochen vom vergangenen Freitag treffend beschreiben. Das umfangreiche Programm wurde von zahlreichen Beförderungen begleitet. Besonders hervor stach die Ehrung von Joachim Jäschke für 70 Jahre Feuerwehrzugehörigkeit. Bei den Wahlen der Kommandanten konnten sich die beiden Amtsinhaber durchsetzen. 

Gestiegene Einsatzzahlen und wichtige Neuerungen 

Kommandant Bernd Betzler eröffnete die Versammlung mit einem Rückblick auf das Einsatzjahr 2025. Die Feuerwehr bewältigte insgesamt 77 Einsätze und damit deutlich mehr als im Vorjahr (62). Das Spektrum reichte von Bränden über technische Hilfeleistungen bis hin zu Türöffnungen und Fehlalarmen. Größere Schadenslagen blieben aus, jedoch konnten mehrere potenziell gefährliche Brände durch schnelles Eingreifen verhindert werden. 

Besonders positiv hob Bernd Betzler die hohe Einsatzbereitschaft hervor: Die durchschnittliche Ausrückezeit liegt unter sechs Minuten, die gesetzliche Eintreffzeit wird somit eingehalten. Die Wehr zählt aktuell 60 aktive Mitglieder, darunter 13 Frauen. Mit Jugendfeuerwehr und Altersabteilung umfasst sie insgesamt 96 Personen. 

Auch infrastrukturell war 2025 bedeutend: Im Februar erfolgte der Spatenstich für das neue Rettungszentrum, zudem wurde in Ausrüstung, Atemschutz und Arbeitsschutz investiert. Weitere Modernisierungen sind geplant. 

Neben dem Einsatzdienst engagierte sich die Feuerwehr bei Veranstaltungen sowie in der Zusammenarbeit mit Schulen, Vereinen und Hilfsorganisationen. Abschließend dankte Bernd Betzler dem Landkreis für die gute Zusammenarbeit, insbesondere für die neue Lehrgangsbuchungs-Plattform. 

 

Intensive Ausbildung prägte Feuerwehrjahr 2025 

Ein Schwerpunkt lag auf der intensiven Ausbildung, berichtete der stellvertretende Kommandant Andreas Pfeiffer. Zahlreiche Übungen und realitätsnahe Trainings bereiteten die Einsatzkräfte auf verschiedene Szenarien vor. Geübt wurde unter anderem bei der Firma C.D. Wälzholz, in Abbruchgebäuden und auf dem HENSOLDT-Campus. Höhepunkte waren eine Waldbrandübung mit umliegenden Wehren, eine Drehleiterübung sowie ein ganztägiges Training zur technischen Hilfeleistung. Auch die Atemschutzausbildung wurde mit Übungen im Brandcontainer weiter vertieft. 

Insgesamt fanden rund 22 reguläre Übungen sowie zahlreiche Sonderübungen mit etwa 2.700 Stunden statt, etwa für Verkehrsabsicherungen, Öffentlichkeitsarbeit, Planungen für das neue Rettungszentrum und Leistungsabzeichen. Die durchschnittliche Beteiligung lag bei guten 68 Prozent. Zusätzlich wurden viele Lehrgänge auf Kreis- und Landesebene erfolgreich absolviert. 

Andreas Pfeiffer würdigte das große ehrenamtliche Engagement und dankte allen Beteiligten für die gute Zusammenarbeit. 

 

Kommandantur wird bei Wahlen bestätigt 

Sowohl Kommandant Bernd Betzler als auch sein Stellvertreter Andreas Pfeiffer stellten sich erneut zur Wahl. Beide Amtsinhaber wurden trotz zweier Gegenkandidaten mit deutlicher Mehrheit wiedergewählt. 

 

Finanzen sind im Griff 

Kassierer Rudolf Vöhringer stellte bereits zum 20. Mal seinen Kassenbericht vor. Er betonte, dass die Einnahmen aus Fasching und Heidefest für die Feuerwehr wichtig und notwendig sind. Die Kassenprüfer und die Mannschaft entlasteten ihn einstimmig. 

 

Jugendfeuerwehr legt Jugendflamme Stufe 1 ab 

15 Jungen und Mädchen der Jugendfeuerwehr legten 2025 erfolgreich die Jugendflamme Stufe 1 ab. Diese waren: Alexander, Angelina, David, Elias, Jan-Luca, Julian, Katharina, Leonard H., Leonard N., Lilly, Louis, Lukas, Marc, Selim und Tim. Jugendwart Niklas Kuban zeigte sich stolz über die Leistungen. Geprüft werden unter anderem das Absetzen eines Notrufs, Erste Hilfe, Grundlagen der Brandentstehung sowie Knoten und Gerätekunde. Der stellvertretende Jugendwart Jannik Keydell berichtete zudem über Übungen und kameradschaftliche Aktivitäten, etwa den Berufsfeuerwehrtag. 

 

Mannschaft wird durch drei Neuaufnahmen verstärkt 

Kommandant Bernd Betzler betonte die Bedeutung von Neuaufnahmen in Zeiten sinkender Mitgliederzahlen. Neu in der Wehr sind Marlene Hirschmiller, die schon viele Jahre bei der Werkfeuerwehr Zeiss aktiv ist und sich Anfang 2025 entschied auch in die Ortswehr einzutreten, Lucy Fink als Quereinsteigerin sowie Leonard Hermann, der zuvor in Lauchheim Dienst tat. 

 

Zahlreiche Beförderungen konnte Kommandant Bernd Betzler aussprechen 

Bernd Betzler sprach mehrere Beförderungen aus. Zur Feuerwehrfrau wurden Lara Bolsinger, Dr. Sarah Schmidt und Katharina Wörz ernannt, zu Feuerwehrmännern Luca Pössnecker, Dominik Schimmel und Fabian Wendelberger. Zu Oberfeuerwehrfrauen wurden Jasmin Betzler, Angelina Dei und Dr. Cordula Gerhold befördert, zu Oberfeuerwehrmännern Samuel Friedl, Simon Trittenbach und Daniel Wichard. Nach Abschluss der Zugführerausbildung wurde Frank Zitzer zum Brandmeister ernannt. 

 

Ehrung für 70 Jahre Feuerwehrzugehörigkeit für Joachim Jäschke 

Eine besondere Ehrung erhielt Joachim Jäschke. Er trat 01. Juni 1956 in die Feuerwehr ein, besuchte alle Lehrgänge bis zum Gruppenführer und besitzt das Leistungsabzeichen in Gold. 1999 wechselte er nach hunderten Übungen und Einsätzen nach 43 Jahren aktivem Dienst in die Altersgruppe. 2005 wurde Jäschke zum Ehrenmitglied ernannt.  Bernd Betzler würdigte seine Arbeit sehr und betonte, dass Jäschke auch im hohen Alter sogar an seinem Geburtstag zum Heidefest kommt.  Nun konnte Jäschke seine 70-jährige Zugehörigkeit feiern. Begleitet wurde die Ehrung durch seine Familie, die als Überraschung angereist war, um mit ihm zusammen auf der Bühne die Ehrung entgegenzunehmen. 

Für 15 Jahre aktiven Dienst wurde zudem Julian Schneider ausgezeichnet. 

 

Lobesworte des Bürgermeisters und der Gäste 

Bürgermeister Marcel Winter lobte die Arbeit der Feuerwehr und zeigte sich zuversichtlich für kommende Investitionen. Frank Brucker vom Kreisfeuerwehrverband sprach über Neuerungen sowie steigende Kosten für Feuerwehrausrüstung, die die Kommunen zunehmend belasten.