Die Feuerwehren rückten 2009 zu weniger Einsätzen aus, aber sie haben mehr Verletzte zu beklagen. Die Mitgliederzahlen blieben stabil.
HANS GEORG FRANK
96 488 Alarme registrierten die 1099 baden-württembergischen Feuerwehren im letzten Jahr. Das waren zwar 5,4 Prozent weniger als 2008, aber dabei wurden so viele Helfer verletzt wie seit vielen Jahren nicht mehr. Bei den freiwilligen Rettern waren es 1516 Blessuren und Brüche, fast fünf Prozent mehr als 2008. In Korntal-Münchingen (Kreis Ludwigsburg) starb ein 33-jähriger Feuerwehrmann, Vater von zwei kleinen Kindern, bei einem Hochwassereinsatz durch einen Stromschlag, weil eine Verteilerdose fehlerhaft installiert worden war. „Dieser tragische Unfalltod hat das Land ganz besonders erschüttert“, sagte Innenminister Heribert Rech (CDU) bei der Vorstellung der Statistik für 2009.
Die sinkende Zahl der Einsätze sei nicht gleichbedeutend mit geringerer Gefahr, sagte der Minister. Er dankte den haupt- und ehrenamtlichen Helfern für „ihr beispielhaftes Engagement, ihren Idealismus und ihr hohes Maß an Pflichtbewusstsein“. Die 1091 freiwilligen und acht Berufsfeuerwehren verfügten letztes Jahr über 110 355 Einsatzkräfte, knapp ein Prozent mehr als 2008. Außerdem gibt es 176 Werksfeuerwehren mit 6273 Angehörigen sowie 28 692 „Floriansjünger“ in 998 Jugendfeuerwehren mit einem Mädchenanteil von 13,7 Prozent. Bei den aktiven Frauen am C-Rohr hat sich die Quote 2009 um fast neun Prozent erhöht.
Fast die Hälfte der Einsätze entfiel auf technische Hilfsleistungen, gelöscht werden musste nur bei nicht einmal einem Fünftel aller Alarmierungen. 6975 Menschen verdanken ihr Überleben dem beherzten Zugriff der uniformierten Hilfskräfte. 1043 Opfer konnten nur noch tot geborgen werden. Wie vielseitig die Feuerwehren arbeiten, zeigte sich bei 14,3 Prozent aller Verpflichtungen, als es vor allem Tiere aller Art aus misslichen Lagen zu befreien galt.
Der demografische Faktor, der sonst in vielen Bereichen der Gesellschaft festzustellen sei, habe sich bei der Feuerwehr nicht bemerkbar gemacht, erklärte Rech. Darin sieht er einen „Beleg für die Wertschätzung dieser modernen und gut ausgebildeten Organisation“. Denn gerade stabile Mitgliederzahlen seien neben der professionellen Ausbildung „ein wichtiger Garant für die Leistungsfähigkeit und Verlässlichkeit der Feuerwehr“.
Quelle und ©: <link http: www.schwaebische-post.de ueberregional suedwest>Schwäbische Post, 15.06.2010
