Dieser Schnellschuss wurde ein Volltreffer: Vor zwei Monaten mussten die Malteser für den Ostalbkreis die Anschaffung eines neuen Rettungswagens beschließen. Jetzt haben sie das erste Schwerlast-Fahrzeug der Region. Rettungstechnik, die Ähnliches leistet, gibt es sonst nur in Stuttgart oder Karlsruhe. Gebraucht wird sie aber überall – je länger, desto dringender.
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Die Fälle nehmen zu, in denen die Rettungskräfte Hilfe brauchen, weil sie übergewichtige Menschen transportieren müssen. 30 mal sei 2009 aus diesem Grund die Feuerwehr hinzugerufen worden, hat Jürgen Scherer als stellvertretender Vorsitzender des Kreisverbandes, im Frühjahr 2010 bilanziert.
„39 Mal wurden die Feuerwehren im Ostalbkreis zur Tragehilfe vom Rettungsdienst angefordert. 22 Mal davon kam eine Drehleiter zum Einsatz, weil besonders in den Städten die Treppenhäuser zu eng sind, um die Menschen aus ihrer misslichen Lage zu befreien“, blickt Kreisbrandmeister Otto Feil auf die noch junge Statistik des Jahres 2010. Und manches Mal müsse zu außergewöhnlichen Transportmitteln gegriffen werden, damit die Betroffenen beim Arzt ankommen, erinnert sich Feil an Aktionen der Hilfsbereitschaft, die durchaus in einer Grauzone lagen.
Gerade das sei ein Problem der ehrenamtlichen Feuerwehren: Tragehilfe ist nur eine Pflichtaufgabe, wenn die Menschen sich in einer lebensbedrohlichen Situation befänden. Werde zu oft die Unterstützung durch Floriansjünger beim „normalen“ Krankentransport in Anspruch genommen, beschwerten sich die Arbeitgeber, weil sie ihre Beschäftigten ständig freistellen müssten. Bei Berufsfeuerwehren sei das natürlich kein Thema. „Klar sind wir hilfsbereit“, sagt der Kreisbrandmeister. Doch müsse für das Dilemma eine tragfähige Struktur entwickelt werden, die allen gerecht wird.
Quelle und ©: <link http: www.schwaebische-post.de service archiv>Schwäbische Post vom 07.01.2010
