Deutscher Wetterdienst verbessert Vorhersage der Waldbrandgefahr

Trockenheit sorgt für wachsende Waldbrandgefahr

Offenbach – In der Lüneburger Heide und auch Teilen Ostdeutschlands muss wieder aufgrund der Trockenheit mit Waldbränden gerechnet werden. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt deshalb die Einsatzkräfte und die Bevölkerung vor bestehender Waldbrandgefahr. Wie groß die Gefahren durch Waldbrände heute und in den kommenden vier Tagen sind, kann im Internet unter www.dwd.de/waldbrand kostenfrei abgerufen werden. Der DWD bietet dort einen Waldbrandindex mit fünf Stufen der Gefährdung für rund 500 repräsentativ in ganz Deutschland verteilte Orte an.

 

Das Potsdam Institut für Klimafolgenforschung (PIK) und der nationale Wetterdienst gehen davon aus, dass die Waldbrandgefahr in den nächsten Jahrzehnten durch die zu erwartenden Klimaänderungen vor allem in den heute schon trockenen Gebieten Deutschlands wachsen wird. Als wichtigste Ursache gilt bei Klimaforschern die für die meisten Regionen Deutschlands prognostizierte saisonale Verschiebung des Niederschlags. So wird im Winter mit mehr und im Sommer mit weniger Niederschlag gerechnet. Hinzu kommen höhere Temperaturen sowie häufigere und länger andauernde Trockenperioden.

 

Ein einheitliches Waldbrandmodell für Deutschland

In Deutschland werden die Waldbrandgefahren seit Jahrzehnten mit mehreren unterschiedlichen Modellen berechnet, die überwiegend auf Entwicklungen der 1960er Jahre beruhen. Angesichts der mit dem Klimawandel wachsenden Gefahren für die Wälder hat der Deutsche Wetterdienst sich entschlossen, einen einheitlichen Waldbrandwarnindex zu entwickeln und nach einer Erprobungsphase anzubieten. Neuere ausländische Entwicklungen werden dabei aufgegriffen. Der neue Index berücksichtigt regionale Besonderheiten und wird dem internationalen Stand der Wissenschaft besser gerecht.

 

Genauere Hinweise für Forstbehörden und Feuerwehren

Die Forscher des DWD orientieren sich bei der Entwicklung des neuen Modells am kanadischen Waldbrandverfahren und nutzen die hochaufgelösten Niederschlagsprognosen der aktuellen Wettervorhersagemodelle des Deutschen Wetterdienstes. Das Modell wird zum Beispiel beschreiben können, wie sich die Waldbrandgefahr im Laufe des Tages verändert. Bisher war nur die nachmittägliche Waldbrandgefahr prognostizierbar. Insofern lässt sich künftig abschätzen, ob Waldbrände die Nacht überdauern können und damit das Potential zu einem Katastrophenbrand haben. Das sind entscheidende Hinweise für die Einsatzplanung der Forstbehörden und Feuerwehren.

 

Die gegenwärtige Testphase des neuen Modells wird durch Experten der Forstbehörden einzelner Bundesländer begleitet. Zugleich haben der DWD und das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenvorsorge (BBK) in ihre Zusammenarbeit bei der Katastrophenvorsorge auch die Gefahren durch Waldbrand einbezogen. Der DWD plant den neuen Waldbrandwarnindex in der Saison 2011 einzuführen.

 

Quelle: Pressestelle DWD, dwd.de

 

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