Hauptübung 2010 in der Stadtmitte



von Lothar Schell

 

Das kommt auch nicht alle Tage vor: Bernd Maier beginnt mit der Erklärung der Übungsannahme, da erhält Feuerwehrkommandant Erwin Winter den Funkruf: Es brennt in der Brunnenhalde. Starke Rauchentwicklung nach einem Küchenbrand. Die Floriansjünger unter der Leitung des stellvertretenden Kommandanten Bernd Betzler fahren zum Einsatzort in die Brunnenhalde. Betzler meldet: „Feuer bereits schwarz, aber starke Rauchentwicklung im Mehrfamiliengebäude.“ Ein Löschfahrzeug bleibt zur Sicherheit in der Brunnenhalde. Die Hauptübung wird um eine halbe Stunde verschoben. „Das nennt man Dramaturgie, unsere Leute sind heute richtig gefordert“, meint der Feuerwehrkommandant.

 

Eine aufschlussreiche Choreografie haben sich die Feuerwehrleute für die Hauptübung zurecht gezimmert. Im mehrgeschossigen Wohn- und Geschäftsgebäude Heidenheimer Straße 9 ist es durch einen technischen Defekt im Schalterraum der Kreissparkasse im Erdgeschoss zu einem Brandausbruch gekommen. Es bilden sich Rauchgase, die sich durch die Sauerstoffzufuhr entzünden. Erd- und Obergeschoss stehen schnell unter Vollbrand. Die Übung fordert die Atemschutzträger. Dicker Qualm kommt ihnen entgegen. Es geht um schnelle Personenrettung im Unter- wie auch im Obergeschoss. Die Bewohner der Wohnungen im zweiten Obergergeschoss und im Dachgeschoss können durch das verrauchte Treppenhaus das Gebäude nicht verlassen.

 

Zügig wird die Wasserversorgung über den Kocher in der Bahnhofstraße eingeleitet und eine Riegelstellung zur Verhinderung der Brandausbreitung auf die oberen Geschosse und dem angrenzenden Gebäude aufgebaut. Schwerpunktmäßig erfolgt die Menschenrettung mit der Drehleiter aus Aalen von der Dachterrasse im Dachgeschoss. Weitere Personen werden im Gebäude vermutet. Durch die zerbrochenen Fenster auf der Nordseite der Bahnhofstraße und auf der Südseite droht der Brand auf die Arztpraxen im ersten Obergeschossund auf das angrenzende Gebäude auszubreiten.

 

Die Hauptübung erhält urplötzlich zusätzliche Dramaturgie: ein Feuerwehrtrupp ist in Schwierigkeit geraten, hat einen Hilferuf abgegeben. Einsatzleiter Bernd Betzler weist den Sicherungstrupp zur Rettung der Kameraden ein. Menschenrettung ist oberste Maxime. Die Versorgung der Verletzten übernimmt die hiesige DRK-Bereitschaft unter Leitung von Jürgen Englert.

 

Bernd Betzler sucht Bürgermeister Peter Traub auf und meldet: „Alle zehn Personen in Sicherheit. Nun geht es an die Brandbekämpfung.“ Hierfür ist ein zusätzlicher Löschtrupp von der Stützpunktwehr in Aalen alarmiert worden. „Die Hauptübung hat heute aufgezeigt, wie fit unsere Feuerwehrleute sind und wie schnell sie umschalten und sich auf neue Situationen einstellen können“, zeigte sich Bürgermeister Traub bei der Abschlussbesprechung sehr zufrieden.

 

© Schwäbische Post 23.10.2010

Hauptübung 2009 am Ernst-Abbe-Gymnasium


Viele Schüler wurden mit der Drehleiter der Feuerwehr Aalen gerettet

von Lothar Schell

 

Facettenreiches Szenario bei der Hauptübung – Floriansjünger und Rettungsleute im Großeinsatz

 

„Eine solche Großübung habe ich während meiner Amtszeit noch nie gesehen und man muss allen Beteiligten ein Sonderlob spenden für die enge und schnelle Vernetzung“, meinte Bürgermeister Peter Traub am Samstagnachmittag bei der Hauptübung der Feuerwehr.

 

Es war von vornherein klar, dass diese Übung angesichts der beengten Zufahrtswege und der Hanglage des Gymnasiums eine große Herausforderung für die Rettungskräfte werden würde. Im Vorbereitungsraum des Chemiesaals war es durch unsachgemäße Handhabung zu einer Explosion gekommen, so die Annahme. 50 bis 60 Personen befanden sich im Fachbau. Durch die Explosion wurden die Türen zu den Chemieräumen und zum Chemielager sowie zum Treppenraum aus dem Rahmen gerissen. „Der gesamte Vorbereitungsraum steht im Vollbrand“, wurde dem stellvertretenden Kommandanten und Einsatzleiter Bernd Betzler bei der Ankunft am Brandort gemeldet.

 

Zur Menschenrettung und Brandbekämpfung waren zwei LF 16 eingesetzt, das LF 8 unterstützte die Menschenrettung und stellte die Wasserversorgung her. Moderiert wurde die Hauptübung auf sehr anschauliche Weise von Bernd Maier, der der großen Zahl von Zuschauern mitteilte, dass zur Unterstützung die Werksfeuerwehr von Carl Zeiss angefordert werden müsse. Von dort kam auch die Sanitätsstaffel, die sich mit der Bereitschaft des hiesigen Roten Kreuzes um die Verletzten kümmern sollte.

 

Brand und Rauchentwicklung hatten sich schnell über das zweite Obergeschoss und über den Treppenraum ausgebreitet. Ein Lehrer und drei Schüler, die sich bei der Explosion im Vorbereitungsraum des Chemiesaals aufgehalten hatten, wurden schwer verletzt. Acht weitere Schüler und ein Lehrer konnten durch die schnelle Rauchausbreitung den Treppenraum nicht mehr verlassen. Die von der Stützpunktwehr aus Aalen angeforderte Drehleiter kam zum Einsatz. „Kein einfaches Unterfangen aufgrund der örtlichen Situation und der schwierigen Positionierung“, meinte Kommandant Erwin Winter.

 

Ein Großteil der Schüler konnte über die Fenster des auf der hinteren Seite des Gebäudes liegenden Biologie-Saals die Schule verlassen. Hochinteressant war für die Zuschauer die Personenrettung über die Drehleiter. Sehr zufrieden zeigte sich Kommandant Erwin Winter über das Ineinandergreifen der Hilfskette und über die Erstversorgung durch das Rote Kreuz und die Sani-Staffel der Firma Carl Zeiss. Auch in Sachen Atemschutz sei die Truppe bestens ausgerüstet gewesen, lobte Winter.

 

Stellvertretend für die Schulleitung würdigen die Lehrkräfte Richard Burger und Götz Hopfensitz die Großübung, die realistisch aufgezeigt habe, welch große Herausforderung Hilfskräfte im Katastropheneinsatz hätten.

 

© Schwäbische Post 26.10.2009

 

Hauptübung 2008 bei der Firma Leitz


von Lothar Schell

 

„Feuerwehr ist mehr als Brand löschen“, meinte Kommandant Erwin Winter in seiner Begrüßung. Die anschließend präsentierte Hauptübung unter Einsatzleitung des stellvertretenden Kommandanten Bernd Betzler gab ihm Recht. Die Übung auf dem Gelände der Firma Leitz in Anwesenheit von Gesellschafterin Regine Bengel und Betriebsleiter Gerd Hubel zeigte nachhaltig auf, wie breit gestreut und vielschichtig heute Feuerwehrleute ausgebildet sein müssen. Mehrere Fässer Ethanol waren von einem Gabelstapler gekippt, ein LKW-Fahrer wurde eingeklemmt. Das Lösungsmittel Ethanol floss in eine Firmenhalle und über die befestigte Hoffläche des Firmengeländes.

Schaumangriff

Schaumangriff bei der Fa. Leitz

 

Menschenrettung und Gefahrgut: Facettenreiches Übungsszenario bei der Firma Leitz

 

Die Übung auf dem Gelände der Firma Leitz in Anwesenheit von Gesellschafterin Regine Bengel und Betriebsleiter Gerd Hubel zeigte nachhaltig auf, wie breit gestreut und vielschichtig heute Feuerwehrleute ausgebildet sein müssen. Mehrere Fässer Ethanol waren von einem Gabelstapler gekippt, ein LKW-Fahrer wurde eingeklemmt. Das Lösungsmittel Ethanol floss in eine Firmenhalle und über die befestigte Hoffläche des Firmengeländes. Es musste schnell gehandelt werden – die Giftstoffe drohten in die benachbarte Kanalisation zu gelangen. Die Rhythmisierung der Hauptübung hatte Realitätscharakter, denn kurz nach dem Eintreffen der Feuerwehr bildete sich ein explosives Gas-Luft-Gemisch, das eine nicht abgeschaltete Maschine entzündete, was zur Brandausbreitung auf die gesamte Hallenfläche des Gebäudes 3 auf dem Leitz-Gelände führte. Insgesamt sechs Verletzte waren zu beklagen, die vom hiesigen Roten Kreuz betreut wurden.

 

Die Aufgaben der einzelnen Feuerwehr-Gruppierungen liefen Hand in Hand. Die Einsatzstelle wurde eingeschäumt, um die Brandausbreitung auf den LKW zu verhindern. Menschenrettung erfolgte unter verstärktem Atemschutz, ebenso das Abdichten der beschädigten Fässer. Menschenrettung und Bergung des Gefahrenguts waren oberste Maxime, während die Rotkreuzler die Erstversorgung übernahmen. Sehr zügig wurden auch die Wasserversorgung und das Abdichten der beschädigten Fässer unter Atemschutz über die Bühne gebracht. Moderiert wurde das Übungsszenario von Zugführer Bernd Maier, der die diversen Übungsabschnitte anschaulich schilderte und Hintergrundinformation gab.

 

Sehr zufrieden mit dem Übungsablauf zeigte sich Kreisbrandmeister Otto Feil. Leitz-Betriebsleiter Gerd Hubel sprach beim anschließenden Treffen in der Kantine der Firma von einer sehr guten und reibungslos verlaufenen Übung. Als großes Unternehmen vor Ort könne man sich glücklich schätzen über eine hervorragend funktionierende Feuerwehr. Als Zeichen der Anerkennung überreichte er Kommandant Erwin Winter eine kleine Spende. Bürgermeister Peter Traub dankte den Floriansjüngern für eine „vielschichtige Übung, die die Einsatzstärke der Wehr deutlich aufgezeigt hat.“

 

© Schwäbische Post 26.10.2008

Hauptübung 2007 bei der Firma Carl Zeiss


von Lothar Schell

 

Eine sehr differenzierte Hauptübung, bei der die Vernetzung der Einsatzkräfte und die Benachrichtigung über Funk anschaulich aufgezeigt wurden, präsentierten die Werkfeuerwehr Carl Zeiss und die Freiwillige Feuerwehr bei ihrer gestrigen Hauptübung.

 

Dekontaminierung

Dekontaminations-Zone vor dem Bau 6

Gesamtkommandant Uwe Palm wies vor der Hauptübung auf die schwierige Ausgangslage hin: In der Synthese-Anlage im Gebäude 11 war es durch einen technischen Defekt zu einer Explosion gekommen. Material wurde leck geschlagen, hoch ätzende und leicht brennbare Flüssigkeiten wie Wasserstoffperoxyd, Ameisensäure und salpetersaures Nickelbad waren ausgelaufen. Die Regieanweisung oblag Abteilungskommandant Reiner Stadler von der Werkfeuerwehr.

 

Alle zwei Jahre wird in Oberkochen eine gemeinsame Hauptübung der beiden Wehren veranstaltet . Die Hauptziele der Übung lagen zum einen in der Brandbekämpfung und darin Umweltschäden zu minimieren und zu verhindern. Minutiös ging man daran, die Chemikalien unter Schutzanzug aufzunehmen. Durch die im Kanalsystem liegenden Überläufer galt es, das Regenüberlaufbecken zu schützen und einen eventuellen Ablauf in die Kläranlage zu verhindern.

Mit fast stoischer wirkender Ruhe und Übersicht leitete Abteilungskommandant Reiner Stadler den Übungsablauf, wobei der Benachrichtigung über Funk hohe Bedeutung zukam. Jeder Gruppenführer bekam einen Kanal zugewiesen, von dem er im Zweimeter-Bereich mit dem Einsatzleiter kommunizierte. Gleichzeitig lief die Brandbekämpfung auf vollen Touren. Eine interessante Facette der Übung war auch der Einsatz des Dekontaminationszelts, das jeder Floriansjünger zur Reinigung der ätzenden Flüssigkeiten zu durchlaufen hatte.

Beeindruckt zeigten sich die Zuschauer, darunter auch Bürgermeister Peter Traub und Gemeinderäte von der mosaiksteinartig und realistisch aufgebauten Übung, die ohne jede Hektik und mit Augenmaß über die Bühne lief.

 

© Schwäbische Post 22.09.2007

 

Hauptübung 2006 bei der Firma Autohaus Wagenblast


Am Samstag, den 07. Oktober 2006, fand die diesjährige Hauptübung der Freiwilligen Feuerwehr Oberkochen bei der Firma Autohaus Wagenblast statt. Zahlreiche Besucher und "Schaulustige" fanden sich auf dem Betriebshof ein, um sich von der Leistungsfähigkeit Ihrer Feuerwehr zu überzeugen.

 

Übungsannahme war ein Feuer im Werkstattbereich, drei Personen wurden vermisst. Beim Eintreffen des ersten Löschfahrzeugs drang bereits dichter Qualm aus der Werkstatt. Der erste Trupp, der zur Menschenrettung vorging, konnte bereits nach kurzer Zeit den ersten "Verletzten" - dargestellt von Mitgliedern der Jugendfeuerwehr - retten. Auch die beiden weiteren Personen konnten nach kürzester Zeit aus der verqualmten Werkstatt gerettet werden. Parallel zur Menschenrettung wurde der Löschangriff vorgenommen. Hierfür wurde auch ein Schaumteppich eingesetzt. Nach kürzester Zeit war das "Feuer" unter Kontrolle.

Brennendes Fahrzeug

Brennender Motorraum eines Fahrzeugs

 

Als Demonstration für die Zuschauer wurde nach Abschluss der Übung ein PKW in Brand gesetzt. Dazu wurde unter dem Motorraum eine Wanne mit Benzin entzündet. Damit zeigten wir der Bevölkerung, dass man vor einem brennenden Fahrzeug keine falsche Scheu haben muss. Zwar stand der Motorraum nach etwa vier Minuten komplett in Flammen, der Fahrzeugraum war jedoch noch immer unversehrt und nicht verraucht. Eine Person im Fahrzeug kann in diesem Stadium problemlos ohne größere Gefahr von anderen Autofahrern gerettet werden. Die Vorderreifen wurden mit einem leichten Knall von den Flammen zerstört, allerdings ging auch hiervon keine große Gefahr aus. Erst nach ungefähr sieben Minuten war der Fahrzeugraum soweit verraucht, dass eingeklemmte Personen erstickt wären. Im Normalfall würde die Feuerwehr erst in diesen Minuten anrücken, in Oberkochen beträgt die durchschnittliche Ausrückezeit z.B. auf die B19 ca. 5 bis 8 Minuten. Eine Person lebend aus einem brennenden Fahrzeug zu retten, ist jetzt nur noch mit viel Glück möglich.

 

Wir möchten daher an dieser Stelle an alle Autofahrer/-innen appellieren, Personen aus brenndenden Fahrzeugen ohne Scheu so schnell wie möglich zu retten. Ein Arm- oder Beinbruch ist für die eingeklemmten Personen sicher besser, als zu ersticken oder zu verbrennen. Sie können hier Leben retten!

 

Wichtig ist: Das brennende Fahrzeug ist nicht explodiert! Das wahre Leben ist kein Actionfilm! Verunglückte Fahrzeuge explodieren in der Regel nicht! Haben Sie also keine unbegründete Angst, begeben Sie sich aber auch nicht in Gefahren, die Sie nicht einschätzen können.