Ausbildungstag 2009


Von Brandeinsatz bis Technische Hilfeleistung: Jugendliche meistern Ausbildungstag

 

12.11.2009

Sein Handwerk zu beherrschen gilt bei der Feuerwehr ebenso wie in vielen anderen technischen Bereichen. Im Einsatzfall müssen Handgriffe sitzen, da darf nichts schief gehen. Um gut ausgebildeten Nachwuchs in die aktive Wehr übernehmen zu können, setzt man bei der Jugendfeuerwehr-Führung neben vielen weiteren Ausbildungsformen auch weiterhin auf das bewährte Konzept eines „Berufsfeuerwehrtages“. Das heißt, die Mitglieder der Jugendfeuerwehr haben einen Tag lang ein straffes, berufsfeuerwehrähnliches Programm vor sich, bei dem die komplette Bandbreite der Feuerwehrausbildung von den Jugendlichen gefordert wird. Für dieses Jahr sah man im Konzept zwei kleine Änderungen vor. Der Tag dauerte nur zwölf Stunden und nicht wie sonst üblich 24 und der Schwerpunkt wurde stärker auf den Ausbildungscharakter gelegt. Das heißt Übung und Einsatz wechseln sich ab, ein Resümee zum Ablauf folgt direkt im Anschluss, sodass die Jugendlichen sofort in der Lage sind, das Gelernte zu verarbeiten, die Hinweise der Ausbilder „abzuspeichern“ und vor allem die Fehlerquote zu minimieren. Es geht darum, die Jugendlichen nicht einfach nur eine Übung abspulen zu lassen, sondern vielmehr ihnen ein gutes Handwerk beizubringen und sie fit für die aktive Wehr zu machen.

 

Übung und "Einsatz" im Wechsel

Die Ausbildung begann zunächst mit einem theoretischen Unterricht. Die Grundlagen, die in den Feuerwehr-Dienstvorschriften verankert sind, sind für Feuerwehrleute Leitwerk für ihr Handeln. Das hieß also für die Jugendlichen an diesem Samstag: Ohren auf zu den Themen Schlauchkunde, Leitern, Löscheinsatz und Technische Hilfe. Jugendwart Frank Oswald und Jugendleiter Lutz Hurler brachten das doch eher graue Theoriewerk unterhaltsam rüber. Dass Theorie und Praxis allerdings nicht so nah beieinander liegen, wie man sich das gerne wünscht, stellten die Jugendlichen anschließend bei der folgenden Übung im örtlichen Bauhof fest. Ein Scheunenbrand musste unter Kontrolle gebracht und die verletzten Personen aus dem Gebäude gerettet werden. Vielleicht müssen Übungen manchmal so verlaufen, dass sie zum Nachdenken anregen, denn nach dem Mittagessen trumpfte die Jugendfeuerwehr mit einem einwandfreien Brandeinsatz in der Aalener Straße auf. Alles das, was zuvor in der Übung Gesprächsbedarf signalisierte, klappte im „Ernstfall“ wie am Schnürchen. Ein Feuer im Erdgeschoss des Gebäudes Ecke Aalener Straße/Mühlstraße musste unter Kontrolle gebracht werden, eine Riegelstellung war erforderlich, um den Übergriff des Brandes auf weitere Gebäude zu unterbinden. Entsprechendes Lob gab es dann auch bei der Nachbesprechung von Frank Oswald, der die Übung als Einsatzleiter koordinierte. Am Spätnachmittag folgte eine weitere Übung im örtlichen Bauhof. Ein Verkehrsunfall mit zwei eingeklemmten Personen wurde simuliert. Welche Möglichkeiten gibt es, die verletzten Personen so schonend wie möglich aus ihrem Fahrzeug zu befreien und welche Geräte stehen dafür zur Verfügung waren die Themen, die bei dieser Übung angesprochen wurden. Danach noch mal eine kurze Pause und dann das Ganze unter Einsatzbedingungen. Es ist mittlerweile früher Abend, es ist kalt und trüb und eigentlich zieht es einen nicht gerade nach draußen, aber das alles half nichts. Ein Fahrzeug kam im Schwörzweg von der Fahrbahn ab und prallte gegen eine Betonmauer. Auch diese letzte Aufgabe des Ausbildungstages wurde von den Jugendlichen gemeistert. Am Ende des Tages folgten eine durchaus positive Zusammenfassung und die Erkenntnis, dass Handwerk sprichwörtlichen Goldenen Boden hat – nicht nur in der Industrie sondern auch bei der Feuerwehr.