Feuerwehr Oberkochen über Landesgrenze hinaus erfolgreich


Eine Gruppe der Freiwilligen Feuerwehr Oberkochen konnte am vergangenen Samstag im bayrischen Burghagel die Leistungsprüfung im Löscheinsatz erfolgreich abschließen. Es musste ein Löschangriff mit drei Rohren in einer vorgegebenen Zeit aufgebaut werden. Zudem wurden die Fähigkeiten im Knoten, sowie Fahrzeugkunde und Feuerwehr-Theorie abgefragt. Insgesamt kommen ein Abzeichen in Bronze, drei in Silber, sowie drei in Gold nach Oberkochen.

 

Inzwischen ist es schon eine Tradition geworden, dass die Feuerwehr Oberkochen und die Werkfeuerwehr Zeiss Oberkochen, sowie den Wehren der Feuerwehr Unterkochen und Mögglingen über die Landesgrenze hinaus erfolgreich bei Leistungsprüfungen sind. Zusammen mit Kameraden wurde in den letzten Wochen geübt. Unzählige Male hörten wir den Einsatzbefehl des Gruppenführers und wussten genau, was zu tun ist: „Brand eines Nebengebäudes, keine Menschen und Tiere in Gefahr. Wasserentnahmestelle Überflurhydrant. Verteiler eine B-Länge nach Pumpe. Schlauchtrupp zum Absichern der Einsatzstelle mit Warndreiecken und Warnleuchten je 30 m vor dem Löschfahrzeug und dem Hydranten. Zum Einsatz fertig!“. Die Schiedsrichter in Bayern legen sehr großen Wert auf korrekte Wiederholung eines Einsatzbefehls. Somit hieß es für uns nicht nur praktisches Können zu üben, sondern auch Textlernen, wie bei einem Theaterstück. Nach einigen schweißtreibenden Wochenenden war es am Samstag, den 13. April wieder so weit. Wir konnten bei der bayrischen Leistungsprüfung im Löschangriff in Burghagel (Landkreis Dillingen) einige Abzeichen mit nach Hause nehmen.

 

Die Leistungsprüfungen werden in Bayern etwas anders gehandhabt als in Baden-Württemberg. Es gibt insgesamt 6 verschiedene Stufen. Zudem erhält man unterschiedliche Abzeichen für den Löschangriff und die technische Hilfe. Pro Jahr kann man nur eine Stufe in einer Disziplin ablegen. Praktisch ist hingegen, dass Teilnehmer in unterschiedlichen Stufen zusammenarbeiten dürfen. Somit stellten wir uns am vergangenen Samstag in gemischten Trupps den Herausforderungen. Zuallererst mussten die Kameraden, mit Stufe 3 und höher ihr Können bei einige Sonderaufgaben beweisen. So wollten die Schiedsrichter unsere Fahrzeugkunde überprüfen und stellten theoretische Fragen. Obwohl wir die Abnahme nicht mit unserem eigenen Löschfahrzeug machten, sondern mit dem Hilfeleistungslöschfahrzeug (HLF) der Werkfeuerwehr stellte uns die Fahrzeugkunde vor keinerlei Probleme. Auch die Antworten für die theoretischen Fragen waren parat. Als Nächstes durfte die ganze Mannschaft zum Saugleitung-Kuppeln ran. Vier dieser großen schwarzen Schläuche mussten innerhalb von 100 Sekunden gekuppelt und mit Seilen gesichert werden, bevor das Schlusswort "Saugleitung zu Wasser" erklang. Das lange Üben zahlte sich aus.

Entspannung war nicht in Sicht, es ging direkt weiter mit Knotenübungen auf Zeit. Dies ist eine der wenigen Aufgaben bei der Feuerwehr, die man ohne Handschuhe durchführen darf. Mit flinken Händen und in der Zeit Vorgabe von 40 Sekunden, meisterten wir einen Rettungsknoten zum Sichern von Personen. Fliegende Finger hatten wir zudem beim Anbringen des Mastwurfs und Halbschlag an ein Strahlrohr innerhalb von 15 Sekunden.

Nach diesen Fingerfertigkeiten stand die Hauptaufgabe an: der Aufbau des Löschangriffs mit drei Rohren in weniger als 180 Sekunden. Hier war jeder Trupp gefordert. Nach dem Befehl „zum Einsatz fertig", wuselte es um das Fahrzeug. Trupps rüsteten sich aus, Schläuche wurden aus den Geräteräumen geholt und ausgerollt, der Verteiler gesetzt und am Hydranten hieß es „Wasser marsch!". Am ersten Strahlrohr wartete schon der Angriffstrupp darauf den ersten Eimer, welcher ein Feuer symbolisiert, um zu spritzen. Während der Schlauchtrupp die Einsatzstelle gegen den Verkehr sicherte, machte sich der Wassertrupp bereit um mit dem zweiten Rohr „in den Einsatz" zu gehen. Insgesamt war ein buntes Treiben auf dem Übungshof zu bestaunen. Zum Schluss kam noch die große Stunde für den Schlauchtrupp, welcher mit dem dritten Rohr den letzten Eimer um spritzte. Dann waren alle drei „Feuer" gelöscht. Nach dem Abbau kam die Stunde der Wahrheit. Die Schiedsrichter teilten und mit, dass wir alle Aufgaben innerhalb der Zeitvorgabe geschafft hatten. Zudem fanden Sie lediglich kleine Fehler, sodass wir gemeinsam das Abzeichen bestanden hatten. Nach einem gemeinsamen Abendessen mit dem Kameraden aus Burghagel traten wir die Rückfahrt an.

Im „Einsatz" waren Fabian Ehinger (Gold), Frank Ebbers (Silber), Okan Kaya (Silber), Niklas Kuban (Bronze), Renate Müller (Gold-Blau), Martin Poltsch (Gold), und Julian Schneider (Silber).

Vielleicht fragen Sie sich nun, warum es uns nach Bayern gezogen hat. Die Antwort ist einfach. Die Leistungsabzeichen in Baden-Württemberg haben ein Großteil der Kameraden bereits in den letzten Jahren erhalten. Bereits im Jahr 2009 wurde der Grundstein gelegt und mit einer großen Mannschaft das Leistungsabzeichen in Bronze geschafft. Damals mussten wir eine Wasserentnahme aus einem offenen Gewässer aufbauen, sowie danach mit drei Rohren einen fiktiven Brand löschen. Im Laufe der Jahre wurden schließlich die silbernen und goldenen Abzeichen geschafft, welche immer mehr Fähigkeiten und Schnelligkeit der Mannschaft abverlangten. Zusätzlich zum Brandeinsatz mussten wir einen fiktiven Verkehrsunfall mit einer eingeklemmten Person abarbeiten. 2017 konnten wir die Reihe komplettieren und das goldene Abzeichen in den Händen halten. Die Berichte zu diesen finden Sie hier:

Feuerwehr-Leistungsabzeichen in Bronze, 2009 und

Erfolgreiche Leistungsabzeichenabnahme, 2010.

 


An dieser Stelle möchten wir auch den Gruppen der Feuerwehr Aalen - Abteilung Unterkochen, Feuerwehr Mögglingen, sowie der Werkfeuerwehr Zeiss Oberkochen zur bestandenen Abnahme gratulieren.

 

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