Feuerwehr übt bei Landeswasserversorgung


Sichere Rettung mit dem Spineboard

 

Das Großprojekt „Osterbuchstollen“ von Oberkochen nach Essingen erfordert absolute Sicherheitsmaßnahmen. Die Freiwillige Feuerwehr Oberkochen übte auf dem Betriebsgelände der Landeswasserversorgung in Dauerwang.

Von Lothar Schell

 

Es ist keine alltägliche Übung, es brennt nicht, es muss kein Gefahrgut geborgen werden. Und die Übung auf dem Gelände der LW-Betriebsstelle in Dauerwang wurde auch nicht von der Feuerwehr selbst angesetzt, sondern vom Zweckverband Landeswasserversorgung. Hintergrund ist der Neubau des Osterbuchstollens, der auf einer Länge von 1,9 Kilometer reinstes Trinkwasser vom Oberkochener Wolfertstal nach Essingen und weiter bis nach Stuttgart und in nördlicher Richtung bis nach Ellwangen und darüber hinaus fließt. „Sicherheit ist oberste Richtschnur bei diesem Projekt“, betonen LW-Bauleiter Uwe Gaiser und Betriebsstellenleiter Martin Grupp. Die Floriansjünger aus Oberkochen sind mit kompakter Mannschaftsstärke vor Ort. „Wir haben uns auch schon über das Projekt am Stolleneingang in Oberkochen genauestens informiert“, sagt Kommandant Bernd Betzler. Es geht explizit darum, wie eine Person aus einem Rohr mit einem Durchmesser von 1,20 Meter gerettet werden kann. Eine sehr lebensnahe Übung, auch wenn, wie Martin Grupp betont, „unser Sicherheitsbeauftragter auf der Höhe des Geschehens ist“. Die Feuerwehr ist quasi enger Partner, auch der Kommandant der Essinger Wehr, Sven Langer, beobachtet die Szenerie mit Argusaugen, um später seine Kameraden über das Rettungsszenario zu informieren.

In erster Linie geht es bei der Übung um die Auslotung von Gerätschaften, mit denen eingeschlossene Personen schnell und sicher gerettet werden können. Der Durchmesser von 1,20 Meter lässt nicht viele Möglichkeiten offen. Mit Frank Deinhart hat sich ein „nicht gerade kleiner und ungewichtiger Feuerwehrmann“ für die Rettung zur Verfügung gestellt. Spontan schlüpft er ins recht enge „Domizil.“ Im Realfall werden immer zwei Beschäftigte im Rohr sein. Für Sauerstoff, der eingeblasen wird, ist dort gesorgt. Die Rohre sind zwölf Meter lang, drinnen ist es stockdunkel. Draußen läuft die Diskussion, Alternativen werden ausgelotet. Die LW-Außenstelle schlägt den Einsatz von Transportwagen mit Rollen vor, die sind um ein paar Zentimeter zu breit. Es werden Tragen getestet, aber auch der Tragekorb scheitert an der örtlichen Situation. „Probieren wir es doch mit dem Spineboard‘“, sagt ein Feuerwehrmann. Die Idee zündet. Das Spineboard, das zum festen Inventar der Wehr gehört, ist ein Hilfsmittel zur Rettung verunglückter Personen, aus Hartplastik, rundum sind Griffschlitze vorhanden zum Angurten. Eine Wölbung versteift das Board. Die Rettung läuft schnell und zur vollen Zufriedenheit von LW und Feuerwehr. Frank Deinhart wird sicher nach draußen gebracht. „Das waren wichtige Aufschlüsse für unser Großprojekt“, betont Betriebsstellenleiter Martin Grupp. Das abendliche Vesper haben sich die Floriansjünger redlich verdient.

 

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