Feuerwehr Oberkochen zur Heißausbildung beim I.F.R.T


Am vergangenen Samstag haben sieben Oberkochener Feuerwehrleute die Bezeichnung FEUERwehr wörtlich genommen. Beim „International Fire and Rescue Training" in Külsheim konnten sie die Heißausbildung am eigenen Leib spüren.

 

In den letzten Jahren waren mehrere Kameraden auf diversen Lehrgängen in dem Brandcontainer. Damals konnte beim Flash-Over-Training die neue Uniform auf Herz und Nieren - und natürlich auf Hitzebeständigkeit, getestet werden. Bei diesem Training wurde das richtige Verhalten bei einer drohenden Durchzündung geübt. Nach der Anschaffung einer Wärmebildkamera wurde auch hierfür ein Lehrgang besucht und unter realen Bedingungen der Nutzen dieser teuren Anschaffung unter Beweis gestellt. In einem total verrauchten Raum ist die Sicht gleich Null. Um hier Personen schnell zu finden ist eine Wärmebildkamera unverzichtbar.

Die bisher gesammelten Erfahrungen waren nun die Basis für den „Aufbaulehrgang Brandbekämpfung". Früh am Morgen wurden die Einsatzuniformen zusammengepackt und die Fahrt Richtung Tauberbischofsheim angetreten. Pünktlich um 8 Uhr startete der Lehrgang mit Theorie zur Erkennung der Brandentwicklung, sowie Such- und Löschtechniken. Während dem Zuhören musste von jedem Teilnehmer eine Ein-Liter-Flasche Wasser ausgetrunken werden. Aus gutem Grund, wie man später am eigenen Leib erfahren sollte.

Nach der einstündigen Theorie stand natürlich die Praxis an. Zur Hitzegewöhnung durften die Kameraden erstmal im Flash-Over-Container Platz nehmen. Da die Brandkammer hier 50 Zentimeter über dem Boden liegt entstehen auf Höhe des Feuerwehrmanns keine so hohen Temperaturen wie bei einem realen Brand. Doch auch hier kann es unangenehm heiß werden. Bei falscher Löschtechnik entsteht sehr viel Wasserdampf, der durch jede Kleidung dringt. Doch das sollte nicht alles sein. Nach dem Wechsel der Atemluftflasche ging es in den nächsten Container, in dem höhere Temperaturen herrschten. Nach einer Einweisung durch den Trainer konnten die Kameraden hier selbst die neuen Löschmethoden, bei denen weniger Wasserdampf entsteht, ausprobieren.

Die Königsdisziplin stand nach dem Mittagessen an: Die Anwendung des Wissens bei einem Einsatzszenario in einer aus Containern gebauten, zweigeschossige Wohnung. Angenommen wurde ein Brand irgendwo in der Wohnung mit zwei vermissten Kleinkindern. Bei völliger Dunkelheit und Hitze ging es mit einem Strahlrohr „bewaffnet" über ein Treppenhaus in die Wohnung, gefolgt von deren systematischen Durchsuchung. Verängstigte Kinder sind zu den unerklärlichsten Reaktionen fähig und verstecken sich daher bei einem Feuer auch unter dem Bett oder in Schränken. Deswegen wurden auch diese Orte durchsucht und die Kinder-Puppen schnell gefunden. Dem Brand konnte dank der neuen Löschtechniken schnell der Garaus gemacht werden.

Dieser Einsatz zeigte, wie schnell die Atemluftflasche leer gehen kann. Entgegen der Schätzungen von Passanten halten diese nämlich nicht zwei Stunden. Bereits nach 15 Minuten kann die Flasche leer geatmet sein – in diesem Fall jedoch genug Zeit, um das Szenario erfolgreich zu meistern.

Nach einer wohlverdienten Dusche und der Abschlussbesprechung wurde die Heimreise angetreten.