17.04.2015 - Feuerwehr Oberkochen zu Besuch auf dem Übungsgelände der Bundeswehr


Die Feuerwehr bei der Rettung einer Person aus dem Trümmerhaus

48 Stunden Einsatzübungen

 

Mitte April besuchte die Feuerwehr Oberkochen zusammen mit der Werkfeuerwehr Carl Zeiss und der Freiwilligen Feuerwehr Oggenhausen ein Übungsgelände der Bundeswehr. Neben vielen verwinkelten Häusern, einem Trümmerhaus und Plätzen für Verkehrsunfälle bietet das Gelände auch Gelegenheit einen Schaumangriff durchzuführen.

 

Am Freitag den 17. April ging es morgens um 9 Uhr mit dem Löschfahrzeug 16/12-2 und dem Gerätewagen-Transport Richtung Stetten am kalten Markt. Drei Stunden später erreichten die 12 Feuerwehrkameraden den Übungsplatz und konnten die Zimmer beziehen. Doch wie es bei der Bundeswehr so ist, gab es kaum Zeit für eine Verschnaufpause. Der Terminplan für das Wochenende war straff. Gruppenübungen, Löschzugeinsätze und ein Verbandseinsatz standen auf dem Plan. Jeder Übungseinsatz wurde von einer der drei Feuerwehren vorbereitet, sodass eine jeweils andere Feuerwehr das Szenario durchspielen und üben konnte.

 

Los ging es mit zwei Löschzugeinsätzen. Die erste Meldung klang zunächst harmlos: BMA – Brandmeldeanlage. Aufmerksame Leser unserer Einsätze werden bemerkt haben, dass dieses Stichwort sehr oft mit einem Fehleinsatz verbunden ist. Die Auslösungen solcher Brandmeldeanlagen sind meist technische Defekte oder mutwilliges Auslösen der Feuermelder. Doch diesmal sollte es nicht bei einem Fehlalarm bleiben. Bereits auf der Anfahrt konnte die alarmierte Feuerwehr Oberkochen und Oggenhausen Rauchschwaden aus dem Gebäude kommen sehen. Da noch Personen vermisst waren, wurde ein voller Löschangriff mit drei Rohren vorbereitet. Der Angriffstrupp des ersten Fahrzeugs ging unter Atemschutz zur Brandbekämpfung und Menschenrettung in das lange und verwinkelte Gebäude vor.

Kurz darauf folgte der nächste Zugalarm. An einer Tankstelle kam es zum Austritt einer größeren Menge Benzin, welche sich entzündete. Zusammen mit der Werkfeuerwehr musste ein Schaumangriff aufgebaut werden, um die Flammen unter Kontrolle zu bekommen.

 

Der Samstag bot die meisten Termine des Wochenendes. Zwei Zugeinsätze und vier Gruppenübungen standen auf dem Plan. Darunter ein Wohnungsbrand mit mehreren vermissten Personen, eine Explosion in einem Wohnhaus mit mehreren verschütten Personen, die mittels Hebekissen befreit werden mussten. Es folgte ein Wohnungsbrand, ausgelöst durch eine defekte Spülmaschine und mit erheblicher Rauchentwicklung in der ganzen Wohnung. Trotz widriger Bedingungen konnten auch hier die zwei Vermissten schnell gerettet werden.

Ein Highlight, wenn auch ungewöhnlich, war der Brand eines Tornado-Kampfjets, der mittels Schaum gelöscht wurde. Weiter ging es zu einem Verkehrsunfall mit einer geklemmten Person. Hier konnten die Oberkochener ihre Schlagkraft beweisen. Der guten Ausbildung der vergangenen Jahre zum Dank konnte die Person innerhalb von 20 Minuten befreit werden. Der Rest des Einsatzes war Routine - Brandschutz sicherstellen, Einsatzstelle absichern und die verletze Person betreuen. Abschließend stand die Rettung einer abgestürzten Person aus einem Schacht an.

 

Der Sonntag war Abreisetag. Nichtsdestotrotz stand noch der Verbandseinsatz auf dem Terminplan. Bei diesem wurden drei Löschzüge zusammengebracht um ein Großschadensereignis zu bewältigen. Das angenommene Szenario war ein Verkehrsunfall mit auslaufendem Gefahrgut. Ein PKW hatte einen Tank-LKW gerammt, sodass Benzin aus diesem auslief. Die Feuerwehr Oberkochen kümmerte sich hierbei um die Befreiung des PKW-Fahrers, während die anderen Wehren mit dem Befreien des LKW-Fahrers sowie dem Ausbringen eines Schaumteppichs beschäftigt waren. Kaum hatte man das Szenario im Griff alarmierte die Leitstelle zum Folgeeinsatz. „Rauchentwicklung in der Schulstraße 120“. Dort wurde ein Küchenbrand angenommen. Eine Person im zweiten Stock musste hier durch die Oberkochener Feuerwehr über die Steckleiter gerettet werden. Nach etwa einer halben Stunde konnte auch dieses Szenario erfolgreich abgeschlossen werden. Es folgte diesmal kein Einsatz, sodass mit den Aufräumarbeiten begonnen werden konnte. Zurück in der Unterkunft wurden alle Fahrzeuge wieder einsatzklar gemacht und beladen, sowie die Stuben und Gemeinschaftsräume geputzt. Nach einem gemeinsamen Mittagessen trat man wieder die Heimreise an.

 

Das Wochenende bot vielen Kameraden die Möglichkeit an realen Übungsobjekten das eigene Können zu beweisen und auszubauen. Solch eine Anlage bietet viel Potential, welches auch ausgenutzt werden möchte. Es zeigte sich sehr gut, dass die Ausbildungen der vergangenen Jahre Früchte tragen und die Schlagkraft und Schnelligkeit Ihrer Feuerwehr auf einem hohen Niveau ist.