12.04.2014 - Sonderausbildung im LKW-Fahrsimulator


Einziger Feuerwehr-LKW-Fahrsimulator europaweit seiner Art in Oberkochen

 

Die Maschinisten der Feuerwehr Oberkochen sowie der befreundeten Wehren aus Essingen sowie der Firma Carl Zeiss hatten die Gelegenheit, im europaweit einzigen "4D-LKW-Fahrsimulator" mit der Sonderausstattung Feuerwehr zu trainieren. Die zweiteilige Ausbildung umfasste einen theoretischen Teil, in dem die Grundlagen der Paragraphen 35 und 38, welche die Sonder- und Wegerechte regeln, sowie die Grundlagen der Fahrphysik nochmals wiederholt wurden. Sehr anschaulich wurde hier der Zusammenhang der Kräfte, die in Kurven wirken, dargestellt (Bild oben). Was jedem Motorradfahrer klar ist, wurde hier nochmals für die "Gelegenheits-LKW-Fahrer" verdeutlicht. Im animierten Kreisdiagramm zeigt sich deutlich das Zusammenspielen von Beschleunigungskraft, Bremskraft und Seitenführungskraft.

 

Im zweiten Teil standen in Dreier-Teams für jeden Teilnehmer drei Fahrten im Fahrsimulator auf dem Programm. Nach einer ersten Eingewöhnungsfahrt mit wenig Verkehr, ohne Sonderrechte und gutem Wetter, galt es anschließend, zwei Einsatzfahrten mit Sonderrechten zu absolvieren. Ein echtes Fahrgefühl entsteht durch die dynamischen Bewegungen, jede Bordsteinkante wird spürbar. Insgesamt 14 Hochleistungsrechner sorgen für eine Auflösung, die den Fahrer innerhalb weniger Minuten vergessen lassen, dass es sich um eine Simulation handelt.

 

Bei den Fahrten kamen verschiedene Szenarien zum Einsatz: Regelmäßig gab es Ölspuren oder rutschiges Laub auf der Straße. Der eine war bei starkem Regen, der andere bei schneebedeckter Straße unterwegs. Der eine fuhr zum Einsatzort weite Strecken über Land, der andere auf die Autobahn. Der eine ging auf Tuchfühlung mit einer Rangierlokomotive, der andere unterschätzte Gefahr und Geschwindigkeit beim Passieren eines Schulbusses. Zur Ehrenrettung der Kameraden muss aber gesagt werden, dass eine Lokomotive in so einer Situation eigentlich niemals losfahren würde und die Geschwindigkeiten im Simulator mit den 600 virtuellen PS ohne regelmäßigen Blick auf den Tachometer kaum abschätzbar sind.

 

Nach jeder Fahrt, welche vom Computer stets komplett aufgezeichnet wird, wurde diese am Bedienstand des Trainers gemeinsam nochmals analysiert und besondere Situationen aufgezeigt und besprochen. So bemerkten die wenigsten Fahrer das durch die Stadt laufende Kamel, spielende Kinder erfassten aber fast alle in jeder Situation. Hierbei zeigte sich aber deutlich, wie eingeschränkt die Wahrnehmung auf einer Einsatzfahrt sein kann. Auch das mitunter kaum nachvollziehbare Verhalten der anderen Verkehrsteilnehmer brachte den einen oder anderen zur Verzweiflung - sich spontan öffnende Autotüren kennt man aus dem "echten Leben", aber andere Verkehrsteilnehmer, welche trotz Martinshorn im Rücken mit dem Fahrrad stur mitten in der Straße fahren oder die trotz formatfüllender Ansicht eines Feuerwehrfahrzeuges mit Blaulicht und Martinshorn eben trotzdem losfahren, waren echte Abenteuer auf der Fahrt durch die virtuelle Stadt.

 

Als Fazit kann man durchaus festhalten, dass den Teilnehmern, die fast durchweg die bereits oben bezeichneten "Gelegenheits-LKW-Fahrer" sind, die Augen geöffnet wurden, was alles auf einer Fahrt passieren kann. Vielen Dank an die beiden Trainer der Fahrschule Hartmann aus Esslingen.

 

Weitere Infos zum Simulator direkt bei der Fahrschule Hartmann.