11.11.2013 - Drehleiterlehrgang in Heubach


Bei der Ausbildung "hoch hinaus": Einsatzgrundsätze bei Drehleitern für Feuerwehren ohne Drehleiter

 

„Die Feuerwehr Oberkochen hat doch gar keine Drehleiter“, wird sich so mancher Leser nach der Überschrift jetzt denken. Warum wird man über etwas unterrichtet wird, was man gar nicht im Fuhrpark stehen hat. Jedoch gibt es Einsätze an bestimmten Objekten wie z. B. Altenpflegeheimen, Krankenhäusern und höheren Gebäuden, bei denen automatisch eine Drehleiter von der Leitstelle gleichzeitig mit der Ortsfeuerwehr alarmiert wird. Drei Feuerwehrkameraden der Feuerwehr Oberkochen nahmen an einem entsprechenden Lehrgang der Feuerwehr Heubach teil – und kamen mit jeder Menge interessantem Wissen im Gepäck zurück.

 

Um effektiv und schnell eingesetzt werden zu können, ist es für den Einsatzleiter vor Ort bei Einsätzen enorm von Bedeutung zu wissen, wie viel Platz eine Drehleiter benötigt. Sind nicht genügend Platzreserven beim Eintreffen der Drehleiter vorhanden, weil andere Fahrzeuge oder gar Löschfahrzeuge – die man aufgrund der bis zum Eintreffen der Drehleiter bereits verlegten Schläuche nicht so leicht umparken kann – im Weg stehen, geht kostbare Zeit bei der Menschenrettung über die Drehleiter verloren. Weiterhin gibt es Sondereinsätze, bei der eine Drehleiter schnell und effektiv eingesetzt werden kann, auch wenn man im ersten Moment gar nicht daran denkt, dass in solch einem Fall eine Drehleiter eingesetzt werden könnte.

 

Aus diesem Grund hat die Freiwillige Feuerwehr Heubach, die in der VG Rosenstein integriert ist, in diesem Jahr am 02. und 03. November diesen jeweils 6-stündigen Lehrgang für Führungskräfte der Feuerwehren angeboten, an dem die Freiwillige Feuerwehr Oberkochen mit dem stellvertretenden Kommandant und zwei Gruppenführern am Sonntag teilnahm.

 

Als erstes – wie üblich – wurde ein theoretischer Unterricht abgehalten, der die wichtigsten Grundlagen vermittelte. Es wurden die Sicherheitsbestimmungen, mögliche Rettungshöhen bei gewissen Abständen zum Objekt, maximal mögliche Gewichte im Rettungskorb und am Leiterpark, notwendige Beschaffenheit von Aufstellflächen, Abmessungen und Gewichte einer Drehleiter selbst, die zum optimalen Einsatz benötigten Platzverhältnisse mit Aufstellungsort sowie weitere Einsatzmöglichkeiten einer Drehleiter angesprochen.

 

Nach diesem rund 90-minütigen Teil folgte der lange Praxis-Teil, bei dem eine neue Vorführ-Drehleiter der Fa. Metz und die Drehleiter der Freiwilligen Feuerwehr Heubach unter Anleitung erfahrener Drehleiter-Maschinisten selbst gesteuert werden konnten. Hierbei ging es um Anleitern an Gebäuden, Menschenrettung mit der Krankentrage und Abfahren eines kleinen Parcours um selbst Erkenntnisse zu bekommen, auf was man bei der Positionierung der Drehleiter achten muss und wie so eine Drehleiter auf Steuerbefehle über den Joystick reagiert. Weiterhin wurden die Sondereinrichtungen wie Lüfter-Halterung und Wenderohreinsatz besprochen und auch gezeigt.

 

Zum Abschluss ging es an einen Wanderparkplatz in Heubach, auf dem die Einsatzmöglichkeiten einer Drehleiter bei einer Tiefenrettung und bei einem Verkehrsunfall eindrucksvoll gezeigt wurden. Ein herzlicher Dank geht an dieser Stelle an die Feuerwehr Heubach, die alljährlich eine Weiterbildung für die Feuerwehren im Ostalbkreis anbietet und die beteiligten Ausbilder für diese eindrucksvolle Drehleiter-Ausbildung.

 

Fotos: Feuerwehr Heubach