07.11.2011 - Einsatzübung: Verkehrsunfall auf der Straße zur Heide


Szenario fordert Vernetzung von Wissen

 

Am 18. Oktober 2011 bot sich Autofahrern auf der Straße zur Heide ein erschreckendes Bild: Zwei Pkw und ein Kleintransporter scheinen in einen Verkehrsunfall verwickelt. Ein Auto liegt auf der Seite, Personen sind eingeklemmt, aus dem Kleintransporter läuft eine Flüssigkeit aus einem Kanister auf die Straße. Der Straßenabschnitt ist bald in den Schein vieler Blaulichter getaucht, Autofahrer, die an der Unfallstelle vorbeifahren, zeigen teilweise entsetzte Gesichter. Mit diesem Szenario sollte geprüft werden, was von der Ausbildung während des Jahres noch präsent war.

 

Wie bei einem echten Einsatz rücken die Einsatzkräfte zeitversetzt an der Einsatzstelle an. Die erste Lagemeldung des Einsatzleiters deutet bereits an, was die Feuerwehrleute erwartet: „Zwei Pkw und ein Kleintransporter beteiligt, zwei Personen eingeklemmt, eine bislang unbekannte Flüssigkeit läuft dem Transporter aus“ lautet der Funkspruch, als das erste Löschgruppenfahrzeug LF 16/12 mit der ersten Gruppe bereits in der Langertstraße ist. Die ersten Einsatzkräfte widmen sich zunächst der Person in dem Kleinwagen, der auf der Seite liegt. Mit geübtem Blick und unter Zuhilfenahme von hydraulischem Rettungsgerät wird das Dach des Pkws entfernt, um die eingeklemmte Person optimal aus dem Fahrzeug zu heben. Hierbei geht das sogenannte patientengerechte Retten wie üblich vor der Zeit. Bereits vor dem Abnehmen des Daches hat üblicherweise der Notarzt die Erstversorgung eingeleitet und den Patienten stabilisiert, sodass in der Regel keine übertriebene Eile nötig ist. Ist das Dacht entfernt, kann die Person mit dem sogenannten Rettungsbrett aus dem Sitz gehoben werden. Damit ist sichergestellt, dass dem Verunfallten beim Retten keine weiteren Verletzungen an der Wirbelsäule zugefügt werden.

 

Parallel zur Menschenrettung nimmt sich ein Trupp der auslaufenden Flüssigkeit an. Hierzu wird der Fahrer, der nahezu unverletzt blieb, befragt und in den Begleitpapieren nach Informationen zur Ladung gesucht. Mit Hilfe der Datenblätter wird schnell klar, dass es sich um Aceton handelt, ein leicht entzündlicher und reizender Gefahrstoff. Der Trupp sorgt nun dafür, dass keine weitere Flüssigkeit ausläuft und spült die Straße sowie den Kanal mit ausreichend Wasser.

 

Das inzwischen eingetroffene zweite Löschgruppenfahrzeug beginnt sofort mit der Arbeit am zweiten Pkw, der auf der Seite liegt. Gleichzeitig wird ein weiterer Lichtstrahler in Stellung gebracht, um die Einsatzstelle optimal auszuleuchten. Wichtig ist hier, das Fahrzeug sicher zu stabilisieren, um zum einen die Gefahr des Kippens auszuschließen sowie zum anderen Erschütterungen, welche dem eingeklemmten Fahrer weitere Verletzungen zufügen könnten, zu vermeiden. Dadurch, dass das Fahrzeug auf der Seite liegt, ist die Rettung der eingeklemmten Person nicht so einfach wie bei dem anderen Pkw und dauert entsprechend länger. Dabei macht sich jedoch die Zusatzausbildung zweier Kameraden bezahlt, die im Frühjahr einen Kurs für Technische Hilfe bei der Landesfeuerwehrschule in Bruchsal belegt haben.

 

Bei der Abschlussbesprechung im Feuerwehrhaus wurde sowohl vom Einsatzleiter als auch von der Feuerwehrführung das Vorgehen gelobt. „Die von Frank Zitzer und Frank Oswald vorbereitete Übung war ein passender aber auch fordernder Abschluss für das Übungsjahr 2011“, stellte Kommandant Bernd Betzler fest. „Alles hat perfekt funktioniert, jeder Handgriff saß“, fügte sein Stellvertreter Frank Oswald hinzu.