24.09.2011 - Bürgermeister und Räte auf der Flucht


von Lothar Schell

 

Differenziertes Übungsszenario bei der Hauptübung der Oberkochener Wehren am Freitag

 

40 Feuerwehrleute sind im Einsatz, jeweils 20 von der Carl-Zeiss-Werkfeuerwehr und von der Freiwilligen Feuerwehr Oberkochen. Es geht darum Menschen zu retten und Gefahrengut zu bergen.

„Alle zwei Jahre präsentieren wir unsere Hauptübung zusammen und das ist gut so, um auch bei komplizierten Szenarien gut zu harmonieren“, sagt der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Bernd Betzler. Gespannt sind auf die Hauptübung neben Bürgermeister Peter Traub, zahlreichen Gemeinderäten und Ulrich Weymer vom Facility Management der Firma Carl Zeiss auch viele Bürger.

 

Der Kommandant der Carl-Zeiss-Werkfeuerwehr, Uwe Palm, stellt die Übungsannahme vor. In der Nähe von Tor zwei – in enger Nachbarschaft zur Firma Leitz – hat es einen Verkehrsunfall gegeben. Beim Zurückfahren eines Lkw war ein Pkw unter dessen Pritsche gefahren, die Ladung auf der Ladefläche ist umgekippt. Ein anderer Pkw ist auf einen vor ihm postierten Laster aufgefahren. „Keine einfache Aufgabe, die Fässer enthalten das Abbeizkonzentrat Opticlean, das wiederum Salzpetersäure enthält sowie den Industriereiniger „Ultra“ mit dem Inhaltsstoff Hyperchlorid“, sagt CZ-Einsatzleiter Karl-Heinz Winter und sein Pendant von der hiesigen Freiwilligen Feuerwehr Frank Oswald betont, dass es bei einer Durchmischung durch die Entstehung von Stickoxiden und Chlorgas zu höchster Gefahr kommen kann.

 

Zuerst trifft das Hilfelöschfahrzeug der Zeissianer ein und auch der Gerätewagen „Gefahrengut“ ist nötig. Von der Freiwilligen Feuerwehr sind die beiden Löschfahrzeuge LF 16 und der Gerätewagen „Logistik“ im Einsatz. Die Übung ist nicht einfach zu bewältigen, schon wegen der Enge des Raums. Genauer Beobachter der Szenerie ist auch Manfred Maier, dessen Spedition die Fahrzeuge zur Verfügung gestellt hat. Menschenrettung hat Priorität. Mit Schere und Spreizer wird der eingeschlossene Fahrer, der unverletzt bliebt, befreit. Konzentriert geht die Zeiss-Sani-Staffel vor, die beim verletzten Autofahrer erste Hilfe leisten.

 

Urplötzlich: starke Rauchentwicklung. Traub und die Räte retten sich vor dem ätzenden Gestank. Per Sprühstrahl wird der Rauch eingedämmt. Dann ist der Gefahrgut-Zug gefragt – ausgestattet mit Vollschutzanzügen – um die Fässer zu bergen.

 

Uwe Palm und Bernd Betzler, die beiden Kommandanten, können Bürgermeister Traub beim anschließenden Arbeitsessen nur beipflichten, als dieser betont: „Ich denke, wir haben bei dieser facettenreichen Übung gesehen, dass die beiden Wehren gut harmonieren und auch schwierige Herausforderungen bewältigen können.“

 

© Schwäbische Post, 23.09.2011