29.07.2011 - Ein Training für den Ernstfall


Oberkochens Erzieherinnen absolvieren Brandschutzausbildung

 

Sich mit dem Gedanken befassen zu müssen, dass es einmal in Oberkochens Kindergärten brennen könnte und dabei Kinder und Angestellte zu Schaden kommen, ist weder für die Erzieherinnen noch für die Feuerwehr eine angenehme Angelegenheit. Und dennoch muss man sich mit dem Thema auseinandersetzen und präventive Maßnahmen ergreifen, damit dieser Gedanke nicht zur traurigen Realität wird. Im jährlichen Rhythmus gehört deshalb die Brandschutzerziehung für Oberkochens Erzieherinnen zu einer festgeschriebenen Fortbildung im Bereich Arbeitssicherheit, die im Ernstfall Leben retten kann. Die Feuerwehr Oberkochen schulte Mitte Juli fünfzehn Teilnehmerinnen zum Thema „Präventive Brandschutzmaßnahmen in Theorie und Praxis“ und zeigte Anwendungsbeispiele auf, wie Brände mit umsichtigem und bedachtem Handeln gelöscht werden können.

 

Nicht selten sind eine fehlende Unterweisung von Beschäftigten sowie ein mangelndes Gefahrenbewusstsein im Umgang mit Gefahrstoffen Auslöser für Brände in Betrieben. Um die Notwendigkeit des vorbeugenden Brandschutzes zu verdeutlichen, folgte im Rahmen der zweigeteilten Fortbildung zunächst ein Theorieunterricht, der den Teilnehmerinnen einen Überblick zum Thema verschaffte. Neben den Gefahren, die durch Brandrauch entstehen, gehörte vor allem die fehlerfreie Bedienung eines Feuerlöschers zu den wichtigsten Ausbildungsinhalten. Was während der Ausbildung deutlich wurde: Feuerlöscher eignen sich, Entstehungsbrände, also Brände, die noch nicht ihr volles Ausmaß erreicht haben, einzudämmen und je nach Fortschreiten sofort zu löschen. Der Feuerlöscher gehört damit zu den wichtigsten Instrumenten der Brandbekämpfung, seine Bedienung sollte im Brandfall keine Fragen aufwerfen.

 

Für die Erzieherinnen war es interessant zu erfahren mit welchen Feuerlöschern unterschiedliche Brandtypen gelöscht werden können und welche Vor- und Nachteile verschiedene Modelle mit sich bringen. „Kein Modell gleicht dem anderen, deswegen ist es wichtig, dass Sie sich in einer ruhigen Minute einmal die Feuerlöscher in ihren Kindergärten ansehen“, appellierte Ausbilder Axel Pössnecker an die Teilnehmerinnen. Neben weiteren Präventivmaßnahmen verdeutlichte der Theorieunterricht ebenfalls, dass wichtige Grundsätze beim Löschen von Bränden bestehen, die für eine effektive Brandbekämpfung unbedingt bedacht werden müssen.

 

Nach der theoretischen Ausbildung durften die Teilnehmerinnen im städtischen Bauhof anschließend selbst Brände in verschiedenen Ausmaßen löschen. Zu Demonstrationszwecken kam hierfür eine mobile gasbetriebene Brandsimulationseinrichtung zum Einsatz, mit der kleinere Brände nachgestellt werden können. Das Löschen eines größeren Brandes, bei dem die Flammen nicht ohne weiteres klein gehalten werden konnten, wurde im Anschluss veranschaulicht. Dies war insofern von taktischem Wert, da nun die zuvor in der Theorie gelehrten Löschgrundsätze angewendet werden mussten.

 

Durch das unter Anleitung durchgeführte Benutzen eines Feuerlöschers konnten die Ausbilder der Feuerwehr Oberkochen gleichzeitig noch offene Fragen zur Handhabung beantworten. Ebenso wurden die Teilnehmerinnen ermutigt, im Brandfall selbst aktiv zu werden und bereits wertvolle Löscharbeit bis zum Eintreffen der Feuerwehr zu leisten. Allerdings immer unter der Prämisse, sich selbst nicht in Gefahr zu bringen. Anhand der Hitzeentwicklung und der Flammenausbreitung konnten sich die Teilnehmerinnen bildhaft vorstellen, welche Auswirkungen ein derartiges Feuer in geschlossenen Räumen, wie zum Beispiel einem Gruppenraum oder einer Küche, haben kann. Den Abschluss der praktischen Ausbildung bildete eine Demonstration einer explodierenden Spraydose. Auch von dieser kann durch die Erhitzung eine hohe Gefahr ausgehen.

 

Am Ende des Abends dankte Kommandant Bernd Betzler allen Teilnehmerinnen für ihr Engagement und bestätigte, erfolgreich an der Fortbildung teilgenommen zu haben. Wir als Feuerwehr hoffen, den Teilnehmerinnen wertvolle Informationen übermittelt und hilfreiche Handgriffe erläutert zu haben, um für den Brandfall gewappnet zu sein.