Erwin Winter ist Ehrenkommandant


„Hitchcock“ bei den Neuwahlen der Feuerwehr Oberkochen: Bernd Betzler zum Nachfolger gewählt, „Vize“ wird Frank Oswald


VON LOTHAR SCHELL Oberkochen. „Die gesamte Bürgerschaft und der Gemeinderat danken Ihnen für Ihren aufopferungsvollen Einsatz für die Gemeinschaft“, betonte Bürgermeister Peter Traub bei der Verabschiedung von Erwin Winter, der die Kommandantur der Oberkochener Wehr zwölf Jahre innehatte und 16 Jahre lang als stellvertretender Kommandant gewirkt hatte. Sichtlich bewegt nahm Winter die Ernennung zum Ehrenkommandanten entgegen.

 

„Machtübergabe“: (v.l.) F. Oswald, E. Winter, B. Betzler


(v.l.) Kreisbrandmeister O. Feil, E. Winter


(v.l.) Bürgermeister P. Traub, E. Winter


(v.l.) Bürgermeister P. Traub, E. Winter, K.-H. Wingert, Kreisbrandmeister O. Feil

Bevor die Spannung angesichts dreier Kandidaten für die Nachfolge von Erwin Winter den Siedepunkt erreichte, galt es Rechenschaft abzulegen, und Bürgermeister Peter Traub kommentierte die lange Liste der Berichte mit den Worten: „Wir können in Oberkochen auf eine professionell arbeitende und bestens gerüstete Wehr bauen.“

Kommandant Erwin Winter machte den Auftakt. Die Leistungsfähigkeit bei den Oberkochener Floriansjüngern stimme und mit der Aus- und Fortbildung sei man auf dem richtigen Weg. Auch der Fahrzeug- und Gerätepark sei momentan für die bisherigen Einsätze in der Stadt ausreichend. Die Beschaffung des im Mai eintreffenden Logistikfahrzeugs sei eine zukunftsweisende Entscheidung gewesen. „Oberkochen ist eine sichere und lebenswerte Stadt im Grünen“, betonte Kommandant Winter, der nicht unerwähnt ließ, dass seine Wehr bei einigen Einsätzen – nicht zuletzt bei dem verheerenden Verkehrsunfall auf der B 19 in der Neujahrsnacht – gerade psychisch über die Grenzen gefordert gewesen sei. Die Wehr freue sich auf das 20-jährige Jubiläum der Jugendfeuerwehr in diesem Jahr. Der Nachwuchs mische munter im Geschehen der Wehr mit. Ein bedeutender Aspekt im gesellschaftlichen Leben sei wieder das Heidefest der Feuerwehr gewesen. Winter dankte in seinem letzten Rechenschaftsbericht allen für die gute Zusammenarbeit. „Nach 40 Jahren aktivem Feuerwehrdienst, 800 Übungen und 600 Einsätzen ist nun die rechte Zeit zum Aufhören gekommen. Die aktive Truppe soll nun von einem jungen und agilen Führungsteam geleitet werden“, betonte er zum Abschied. Die Wehr sei gut aufgestellt, man könne auf fünf Zugführer und zehn Gruppenführer verweisen.

 

Von Erfolgen berichtet

Der stellvertretende Kommandant Bernd Betzler erteilte einen detaillierten Ausbildungs- und Übungsbericht. Bei einer Wehrstärke von 44 Aktiven betrug der Übungsbesuch im letzten Jahr 78,4 Prozent. Alle Übungen hatten im vergangenen Jahr Ralf Ebbers, Christian Keil, Bernd Merz, Wolfgang Sippach und Rudolf Vöhringer besucht. Ralf Ebbers hatte in den letzten drei Jahren keine einzige Übung versäumt. Als fleißigste Übungsbesucher der Altersgruppe wurden Hugo Gold und Hans Oswald ausgezeichnet. Das Leistungsabzeichen in Silber haben Frank Ebbers, Christian Göttlich, Lutz Hurler, Felix Keil, Andreas Kieweg, Marco Krettek, Fabian Leopold, Markus Leopold, Stefan Leopold und Thomas Mennekes erworben. Jugendwart Frank Oswald erklärte, der leichte Abwärtstrend bei den Jugendlichen sei noch nicht gestoppt, man sei aber in den Gängen, um weiter eine erfolgreiche Kaderschmiede für die zukünftige Aktiventruppe zu formen. Immerhin rekrutiere sich die Hälfte der heutigen Wehr aus der Jugend. Von ehrenamtlicher Tätigkeit und Fachwissen geprägt waren auch die Berichte von Josef Merz (Alterssprecher), Martin Poltsch (Gerätewart), Uwe Neubauer (Atemschutz-Gerätewart), Andreas Pfeiffer (Fachwart Funk) und Ralf Ebbers (Öffentlichkeitsarbeit), der besonders die hohe Akzeptanz der Feuerwehr-Homepage mit 2500 Besuchern pro Monat hervorhob. Revisor Alexander Krischak schließlich lobte die sparsame und buchhalterisch saubere Kassenführung von Schatzmeister Rudolf Vöhringer. Bürgermeister Peter Traub nahm die Entlastung vor und erklärte, die Feuerwehr habe ihre Aufgabe mit Bravour erfüllt.

 

Erst in der Stichwahl

Markus Schuhbauer wurde zum Hauptfeuerwehrmann befördert. Karl-Heinz Wingert und Franz Hut (in Abwesenheit) wurden für 40 Jahre Feuerwehrzugehörigkeit mit dem Feuerwehrehrenzeichen in Gold des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet. Kreisbrandmeister Otto Feil ehrte Kommandant Erwin Winter für 40 Jahre aktiven Feuerwehrdienst. Winter sei auch im Reigen des Kreisfeuerwehrverbands ein wichtiges Glied gewesen. In seiner Laudatio ließ Bürgermeister Traub die Feuerwehrkarriere von Erwin Winter Revue passieren (wir berichteten ausführlich). Winter habe sich als enger Netzwerker im Verbund mit der Stadtverwaltung ausgezeichnet. „Dass wir eine der besten Feuerwehren im Ostalbkreis haben, ist letztlich auch Ihr Verdienst“, erklärte Traub. Nach der Ernennung Winters zum Ehrenkommandanten, die der Gemeinderat einstimmig befürwortet hatte, erhob sich die Versammlung. Spannend verliefen die Neuwahlen. Für das Amt des Kommandanten hatten sich mit Bernd Betzler, Bernd Merz und Frank Oswald gleich drei Kandidaten zur Wahl gestellt. Erst in einer Stichwahl setzte sich Bernd Betzler mit 21 Stimmen gegen Bernd Merz (13) durch. Auch bei der Wahl zum stellvertretenden Kommandanten standen mit Frank Oswald, Manuel Maier und Ralf Ebbers drei Kandidaten zur Verfügung. Im ersten Wahlgang setzte sich Frank Oswald (17 Stimmen) gegen Ralf Ebbers (neun Stimmen) durch.

 

Quelle und ©: Schwäbische Post, 20.03.2011