25.02.2011 - Einsatzübung in der Aalener Straße


Umfangreiches Szenario mit Schwerpunkt Brandbekämpfung und Menschenrettung

 

Dichter Rauch dringt aus den oberen Stockwerken, Flammen verhindern den Zugang zum Erdgeschoss, durch ein Fenster lässt sich bereits der Brandherd erkennen. Dann die Meldung: Es werden Personen in den brennenden Gebäuden vermisst. Das Szenario einer Einsatzübung vergangenen Dienstag bot viel Realitätsnähe und forderte Mensch und Material auf einem hohen Level. So nah wie möglich einen realen Einsatz abbilden ist Sinn und Zweck dieser Übungen. Zwei leerstehende Gebäude an der Ecke Aalener Straße/Mühlstraße boten dazu die passenden Rahmenbedingungen. Wir möchten Ihnen die vergangene Übung etwas näher bringen.

 

Oberste Priorität bei Lagemeldungen wie an jenem Dienstag galt der Lokalisierung und Rettung vermisster Personen. Beide Löschgruppenfahrzeuge waren dazu im Einsatz. Die Besatzung des ersten ausrückenden Löschgruppenfahrzeugs bekämpfte den Brand im direkt an der Hauptstraße gelegenen Gebäude. Der Atemschutztrupp dieses Fahrzeugs sah sich mit der Situation konfrontiert, dass das Treppenhaus im Gebäude nicht mehr begehbar war und eine Menschenrettung aus dem Obergeschoss nur über die Leiter erfolgen kann. Die Besatzung des zweiten Löschgruppenfahrzeugs bekämpfte den Brand in dem abseits der Hauptstraße gelegenen Gebäude. Hier wurde angenommen, dass das Treppenhaus noch begehbar ist und als Fluchtweg dienen kann.

 

Parallel zur Menschenrettung kümmerten sich weitere Trupps um die Absicherung der Gefahrenstellen und um den Aufbau einer Wasserversorgung. Beide Löschgruppenfahrzeuge in Oberkochen sind mit einem Wassertank ausgerüstet und bringen 1600 respektive 2000 Liter Wasser bereits mit zur Einsatzstelle. 3600 Liter Löschwasser hören sich zunächst nach einer großzügigen Reserve an, die Realität zeigt jedoch, dass diese Menge zum Beispiel bei Großbränden der sprichwörtliche Tropfen auf den heißen Stein ist. Dieses Volumen soll es ermöglichen, die ersten Minuten der Brandbekämpfung zu überbrücken. Während der „Überbrückungszeit“ kann eine stabile Wasserversorgung von einer externen Quelle, zum Beispiel einem Hydrant oder einem Gewässer zum Fahrzeug aufgebaut werden.

Während die mit Atemschutz ausgerüsteten Trupps beide Gebäude systematisch durchsuchten wurde der Ablauf der Übung von außen durch den Einsatzleiter und die Gruppenführer beurteilt und Verbesserungsmöglichkeiten festgehalten. Diese Beobachtungen dienen am Ende einer Übung bei der Manöverkritik als Diskussionsgrundlage und sorgen so für einen kontinuierlichen Optimierungsprozess in der Ausbildung.

 

Insgesamt drei vermisste Personen konnten aus den Gebäuden noch rechtzeitig gerettet werden. Zum Einsatz kam unter anderem die Schleifkorbtrage, mit der eine „Person“ – bei der Übung eine Rettungspuppe - aus dem Obergeschoss über die Steckleiter ins Freie gebracht wurde. Die Schleifkorbtrage ist mit einem Gurt- und Ösensystem ausgestattet, das die sichere und patientengerechte Rettung von Personen auch in unwegsamem Gelände ermöglicht. Alle weiteren Personen konnten selbstständig mit Unterstützung eines Trupps ins Freie gehen. Im Ernstfall wäre hier vermutlich bei allen Hausbewohnern eine Rauchvergiftung diagnostiziert worden.

 

Am Ende lobten die Organisatoren der Übung in der Manöverkritik den kontrollierten und ruhigen Ablauf und das routinierte Vorgehen der Atemschutztrupps. Einige Stellschrauben beim zeitlichen Ablauf seien jedoch noch fein zu justieren.