05.02.2011 - Ausbildung in der Jugendfeuerwehr


Spaß an der Theorie

 

Zu Beginn eines neuen Übungsjahres sehen viele Feuerwehr-Dienstpläne die theoretischen Grundlagen der Feuerwehrausbildung vor. Dass die Theorie allerdings bei vielen Jugendfeuerwehren nicht gerade zu den Lieblingsinhalten der Ausbildung gehören dürfte, ist ein offenes Geheimnis. Anwendbares Wissen wird aus den theoretischen Unterrichtseinheiten nur erlernt, wenn die Inhalte richtig aufbereitet sind. In der Realität allerdings, sorgen oft endlose PowerPoint-Foliensätze und zusammenhangloses Herunterbeten der Feuerwehr-Dienstvorschriften für zuklappende Augenlider und Motivationstiefs - nicht nur bei den Jugendlichen. Die Jugendfeuerwehr Oberkochen setzte bei ihrer theoretischen Ausbildung Ende Januar auf eine Kombination aus Theorie und Anwendung und zeigte, dass das, was in der Theorie durchgenommen wird, doch auch Spaß machen kann. Die Ausbildung sah eine Auffrischung der Kenntnisse in den Bereichen Gerätekunde, Knotenkunde und Funk vor. Das Wissen wurde im Rahmen eines kleinen Wettbewerbs zwischen zwei Teams spielerisch übermittelt. Für die Lösung der Aufgaben gab es zwischen einem und drei Punkten - je nach Dauer und Erklärung des Lösungswegs. Das sorgte für Interesse und Begeisterung über die gesamte Übungsdauer hinweg.

 

Bei der ersten Station, der Gerätekunde, standen für die zwei Teams beide Löschgruppenfahrzeuge als Arbeitsmittel zur Verfügung. Gezeigt wurde jeweils eine Armatur oder ein Gerät, zu dem die restliche Ausrüstung aus den Fahrzeugen entnommen werden musste. Die Frage hierzu: „Welche Gerätschaften bräuchtet ihr außerdem, um das Gerät im Einsatzfall einsetzen zu können?“. Am Ende einer jeden Runde folgte eine kurze Besprechung mit den beiden Gruppen, weshalb welches Gerät bereit gelegt wurde, welche Ausrüstung gegebenenfalls noch fehlte und welche Probleme während eines Einsatzes auftreten können.

 

Die Jugendlichen lernten hierbei, nicht nur ein Gerät auf dem Fahrzeug zu finden und dessen Bezeichung aufzusagen, sondern es in einen Gesamtzusammenhang einzuordnen. Allein die Bezeichnung eines Geräts zu kennen hilft im Einsatzfall nicht weiter. Beim Einsatz einer Motorsäge gehören beispielsweise eine Schnittschutzhose und ein Waldarbeiterhelm zwingend dazu, der Einsatz eines Schaumzumischers gelingt nur mit Schaumittelkanister, Ansaugschlauch und einem Mittel- bzw. Schwerschaumrohr sowie entsprechend bereit gelegter Schlauchleitung.

 

Auch die Knotenkunde und die Funkausbildung wurden am lebenden Beispiel verdeutlicht. Die klassischen Knoten Halbschlag, Mastwurf und Brustbund, mit welchen sich viele Anwendungsfälle im Einsatz abdecken lassen, gingen den Jugendlichen nach kurzer Erklärung leicht von der Hand und selbst die Grundlagen der Kommunikation über Funk stellten nach wenigen Minuten Eingewöhnung kein Problem mehr dar.

 

Am Ende des Abends gab es zwischen beiden Teams einen Punktegleichstand. Das jedoch war eher zweitranging. Vielmehr überzeugte die Jugendfeuerwehr damit, Geräte einordnen und anwenden zu können, Knoten nicht nur zur benennen sondern sie auch binden zu können und sich über Funk verständigen zu können. Gewonnen haben daher alle: an Erfahrung und Wissen.