Bericht: Einsatzübung auf der B19


  • Einsatzübung Oktober 2009

Technische Hilfeleistung an fiktivem Beispiel

 

12.10.2009 | Falls Sie am Dienstag, den 6. Oktober 2009 zwischen 19 und 21 Uhr auf der B19 unterwegs waren, kam Ihnen bei dem vorhandenen Feuerwehraufgebot vermutlich sofort ein Verkehrsunfall in den Sinn. Wir können Sie beruhigen! In der dritten Einsatzübung dieses Jahres probte die Feuerwehr Oberkochen an diesem Dienstag erneut die Technische Hilfeleistung an einem fiktiven Beispiel. Das Szenario: Zwei Fahrzeuge kollidierten auf der Bundesstraße 19 auf Höhe der WIGO Werkzeug GmbH. Beide Pkw durchbrachen die Leitplanke, kamen von der Fahrbahn ab und erst in einem angrenzenden Waldstück zum Stehen. Die Insassen wurden schwer verletzt in ihren Fahrzeugen eingeklemmt.

 

Der Schwerpunkt dieser Einsatzübung konzentrierte sich, neben der patientengerechten Rettung mit pneumatischem und hydraulischen Rettungsgeräten, auf die Absicherung der Fahrzeuge. Durch die komplizierte Lage mitten in einem kleinen Waldgebiet, mussten zunächst Teile des Gebüschs sowie die angrenzenden Bäume entfernt werden, bevor überhaupt ein Zugang zu den Fahrzeugen möglich war. Die Hanglange barg das Risiko, dass die Fahrzeuge während der Rettungsarbeiten abrutschen. Also wurden sie durch ein Drahtseil gesichert. Durch die gute Begehbarkeit am oberen Punkt des Waldstücks, konnte hier ein geeigneter Anschlagspunkt für das Seil gefunden werden.

 

Durch den heftigen Aufprall wurden die Fahrzeugkarosserien derart kaltverformt, dass zunächst ein geeigneter Ansatzpunkt für den Rettungsspreizer gefunden werden musste. Der „klassische“ Zugangsweg blieb zunächst verwehrt, nach kurzer Zeit konnte die Tür eines Fahrzeugs geöffnet werden. In einem weiteren Schritt wurden die Scheiben der Fahrzeuge entfernt. Nachdem ein Zugang zu den Verletzten möglich war, konnte der Notarzt mit den lebensrettenden Sofortmaßnahmen beginnen. Ebenso wurden die Dachholme beider Fahrzeuge durchtrennt, die Dächer abgehoben und die verletzten Insassen behutsam aus den Fahrzeugen befreit.

 

Die verantwortlichen Gruppenführer zogen aus dieser Übung ein positives Fazit und auch die Führungsspitze zeigte sich mit dem Ablauf zufrieden. Kompliziertere Fahrzeuglagen benötigen einen nicht unerheblichen Zeitraum zur Bewältigung, der im Einsatzfall nicht unterschätzt werden sollte. Gerade die ersten lebensrettenden Minuten sind für die verletzten Insassen von entscheidender Bedeutung.