Himmelslaternen: Brandgefährliche Flugkörper


Schön aber gefährlich: Himmelslaternen (Foto: Jean-Marie Hullot)

Sie sind der Renner auf Partys, Hochzeiten und Geburtstagen. Himmelslaternen, auch Kong-Ming-Laterne, Glückslaterne oder Sky-Laterne genannt, stammen ursprünglich aus dem asiatischen Raum, erfreuen sich aber seit geraumer Zeit auch in Europa größter Beliebtheit.

 

Sie bestehen aus einer nach unten geöffneten Papiertüte, die auf einen Rahmen aus dünnen Bambusrohren und Draht aufgespannt ist. In der Öffnung hängt ein mit einer brennbaren Flüssigkeit oder Wachs getränkter Baumwollstoff, Papier oder poröser Körper. Die bei der Verbrennung entstehende Flamme erleuchtet die Laterne und sorgt für den Auftrieb, der wie bei einem Heißluftballon funktioniert.

Brandgefahr für die Umwelt


Manche Laternen steigen auf bis zu 400 Meter (Foto: Pixelio)


Aus Sicht der Feuerwehr sind die Flugkörper allerdings brandgefährlich. So schön sie auch aussehen, so gefährlich sind sie. Viele Laternen legen oft einen kilometerlangen Weg zurück, durch die Windrichtung wird ihre Flugrichtung vorgegeben. Durch das unkontrollierte Flugverhalten geht von den Laternen eine erhebliche Brandgefahr aus. Nicht nur, dass die Laterne selbst Feuer fangen kann, auch Wälder, Wiesen und sogar Gebäude können in Brand gesetzt werden wenn sie mit einer brennenden Laterne in Berührung kommen. Gerade in den heißen Sommermonaten erhöht sich die bereits hohe Waldbrandgefahr nochmals deutlich. Für Feuerwehren ist dies ein unkontrollierbares Risiko. Auch der Schaden, der durch die Überreste entsteht, ist nicht zu unterschätzen und eine weitere Belastung für die Umwelt.

 

Am 10. Juli 2009 kam es am Weimarer Frauentor zu einem Großbrand, bei dem ein Feuerwehrmann schwer verletzt wurde, am 20. Juni 2009 brannte ein Haus in Bocholt (NRW), zwei Menschen wurden verletzt. Der entstandene Sachschaden wird auf 100 000 Euro geschätzt. Nur zwei von vielen Beispielen, bei denen Himmellaternen ohne Zweifel als Brandursache gelten. Deswegen bitten wir Sie, auf das Entzünden der Himmelslaternen unbedingt zu verzichten.

Rechtslage bundesweit


Bundesweit gilt momentan kein einheitliches Verbot. Paragraf 16 Abs. 4 der Luftverkehrsordnung sieht keine Einschränkung bezüglich der Aufstiegserlaubnis bei Kleinmengen oder Einzelaufstiegen vor. Eine einheitliche bundesweite Regelung ist aber zu erwarten.

Rechtslage Baden-Württemberg


Himmelslaternen dürfen in Baden-Württemberg nur mit Erlaubnis der Luftfahrtbehörde verwendet werden. Das teilte das Innenministerium am 20. August 2008 in einer Pressemitteilung mit. Die Mini-Heißluftballons gelten als ungesteuerte Flugkörper mit Eigenantrieb und deren Aufstieg muss vom Regierungspräsidium erlaubt werden.

 

Eine Genehmigung wird in der Regel jedoch nicht erteilt, da neben der Gefährdung des Luftverkehrs auch das unkontrollierbare Brandrisiko bei der Genehmigung berücksichtigt werden muss. Da die Flugbahn nicht beeinflusst werden kann, sind die Trend-Laternen gerade bei Trockenheit eine unberechenbare Gefahrenquelle für Wälder, Wiesen, Gärten und sogar Häuser.

 

Wer eine Himmelslaterne ohne Genehmigung steigen lässt, begeht eine Ordnungswidrigkeit und riskiert eine Geldbuße bis zu 50.000 Euro. Die Händler der meist über das Internet vertriebenen Objekte weisen nur in den seltensten Fällen auf diese Tatsache hin.

Rechtslage weitere Bundesländer


  • Bayern: Der Gebrauch ist durch § 19 der Verordnung über die Verhütung von Bränden (VVB) untersagt. Ausnahmeregelungen werden laut Information des Innenministeriums grundsätzlich nicht erteilt. Hintergrund ist, dass die frei fliegenden, unbemannten Heißluftballone nicht kontrollierbare, bewegliche, offene Feuerstätten im Sinne der VVB sind.
  • Berlin: In Berlin ist eine Genehmigung für das Steigenlassen von Himmelslaternen erforderlich. Sie wird aber generell nicht erteilt, da Beeinträchtigungen im Luftverkehr und Waldbrandgefahr befürchtet werden.
  • Hessen: Am 16. Juli 2009 wurde ein landesweites Verbot angekündigt.
  • Niedersachsen: Der Gebrauch ist seit dem 1. Mai 2009 untersagt.
  • Nordrhein-Westfalen: Der Gebrauch ist seit dem 18. Juli 2009 untersagt.
  • Mecklenburg-Vorpommern: „Eine luftrechtliche Erlaubnis für den Aufstieg von Sky- oder Himmelslaternen wird nicht erteilt.“
  • Rheinland-Pfalz: Bis die Landesverordnung in Kraft tritt, können die kommunalen Ordnungsbehörden die Himmelslaternen in ihrem Zuständigkeitsbereich verbieten.
  • Sachsen-Anhalt: Gefahrenabwehrverordnung zur Verhütung von Bränden durch die Benutzung von Ballonen
  • Schleswig-Holstein: Verbot ab dem 28. August 2009
  • Thüringen: Das Innenministerium arbeitet an einer landesweit gültigen Verbotsverordnung.