Gefahren im Herbst


Die Abende werden länger, die Nächte kälter und die Blätter der Bäume färben sich bräunlich. Am 1. September hat für Meteorologen der Herbst begonnen, am 23. September begann er auch kalendarisch. Die Vorboten der herbstlichen Jahreszeit bergen gerade für Autofahrer viele Gefahren. Nasse, mit Laub bedeckte Straßen, morgendlicher Raureif und Nebel führen Jahr für Jahr zu schweren Unfällen. Auch Unfälle in Zusammenhang mit Wildtieren häufen sich. In diesem Ratgeber finden Sie einige Tipps, die Ihnen den Start in den Herbst erleichtern.

Fahrzeug prüfen und Fahrstil anpassen


Beim Winterreifenwechsel sollte auf eine ausreichende Profiltiefe geachtet werden (©M.Schöllhorn/pixelio.de)

Einige Handgriffe sollten Sie bereits vor Herbstbeginn erledigt haben:

 

  • Wenn die Temperaturen sinken, haben Sie durch Winterreifen einen erheblichen Haftungsvorteil auf nassen und mit Raureif bedeckten Straßen. Es gibt keinen festen Zeitpunkt, wann Sie auf Winterreifen wechseln sollten, jedoch hat sich die „O-bis-O-Regel“ bewährt. Das heißt, von Oktober bis Ostern (ca.) sollten Sie Ihr Fahrzeug mit Winterreifen fahren. In jedem Fall ist es ratsam, lieber frühzeitig als zu spät auf die passende Fahrzeugbereifung umzusteigen.
  • Welche Profiltiefe sollten die Reifen besitzen? Die gesetzlich vorgeschriebene Mindest-Profiltiefe für Reifen beträgt 1,6mm. Der ADAC empfiehlt allerdings, Reifen unter einer Profiltiefe von 4mm nicht mehr für den Wintereinsatz zu verwenden.
  • Lassen Sie die Lichtanlage (Abblendlicht, Fernlicht, Warnblinkanlage) und Scheibenwischerblätter Ihres Fahrzeugs frühzeitig (z.B. mit dem Wechsel auf Winterreifen) auf ordnungsgemäße Funktion überprüfen. Schalten Sie das Abblendlicht bei trübem Wetter ein. So können sie andere Verkehrsteilnehmer besser erkennen. Eine funktionstüchtige Scheibenwischeranlage ist für die nasse Jahreszeit unerlässlich.
  • Passen Sie Ihren Fahrstil an die herbstliche Wettersituation an. Vermeiden Sie abruptes Beschleunigen und Bremsen auf nassen Straßen. Halten Sie ausreichend Abstand zu Ihrem Vordermann. Die Faustregel „Abstand = ½ Tacho“ gilt auf nassen Straßen nicht mehr.
  • Legen Sie einen Schwamm oder ein Tuch bereit, um beschlagene Fahrzeugscheiben zu säubern.

Wildwechsel - das sollten Sie wissen...


Verkehrszeichen Wildwechsel

Achtung Wildwechsel

  • Im Herbst müssen Sie, bedingt durch die Brunftzeit, verstärkt mit Wildwechsel rechnen. Gerade in Waldgebieten und in Senken kreuzen Tiere die Fahrbahn. Entsprechende Hinweisschilder („Achtung Wildwechsel“) warnen Sie frühzeitig. Denken Sie auch daran, dass nach einem ersten Wildwechsel weitere Tiere folgen können.
  • Wenn Sie ein Tier noch rechtzeitig erkennen können, verringern Sie Ihre Geschwindigkeit und hupen Sie gegebenenfalls.
  • Können Sie einem Tier nicht mehr ausweichen, „verreißen“ Sie nicht das Lenkrad nach links oder rechts. Bremsen und fahren Sie geradeaus weiter.
  • Haben Sie ein Tier angefahren, sichern Sie unbedingt die Unfallstelle mit Hilfe der Warnblinkanlage und des Warndreiecks ab. Ziehen Sie das Tier an den Fahrbahnrand. Verwenden Sie dazu in jedem Fall Handschuhe! Informieren Sie unbedingt die Polizei über den Unfall. Diese informiert dann den zuständigen Jäger bzw. das zuständige Forstamt. Es ist nicht erlaubt, das Tier mitzunehmen!

Nebel - Runter vom Gas!


Fahrzeuge im Nebel

Unfallschwerpunkt: Fahrt im Nebel (©R.Sturm/pixelio.de)

Ein weitere Gefahr, die verstärkt im Herbst auftritt, ist Nebel.

 

  • Bremsen Sie auf keinen Fall abrupt vor einer Nebelbank. Dies kann zu einem Auffahrunfall führen! Passen Sie Ihre Geschwindigkeit an und rechnen Sie mit weiteren schlecht sichtbaren Verkehrsteilnehmern wie Radfahrern oder Fußgängern.
  • Orientieren Sie sich auf gar keinen Fall an der Nebelschlussleuchte ihres Vordermanns!
  • Bleiben Sie immer bremsbereit.
  • Die Nebelschlussleuchte darf erst bei einer Sichtweite unter 50 Metern bzw. unter einer Geschwindigkeit von 50 km/h eingeschaltet werden. Orientieren Sie sich hierbei an den Fahrbahn-Leitpfosten. Diese sind im 50-Meter-Abstand aufgestellt.
  • Verwenden Sie die Nebelschlussleuchte auf keinen Fall bei einer guten bis sehr guten Sichtweite. Dies kann Hinterherfahrende blenden.

Straßenverhältnisse


Im Herbst kann die Fahrbahnoberfläche gerade in Waldgebieten rutschig werden.

Im Herbst kann die Fahrbahnoberfläche gerade in Waldgebieten rutschig werden. (©R.Sturm, pixelio.de)

Die Fahrbahnoberfläche nimmt im Herbst ganz "eigene" Beschaffenheiten an:

 

  • Laub: Herabgefallenes Laub macht die Fahrbahn rutschig. Fahren Sie daher vorsichtig über mit Laub bedeckte Straßen.
  • Aquaplaning: Durch starken Niederschlag können sich auf der Fahrbahn Wasserflächen bilden. Bei zu hoher Geschwindigkeit kann das Fahrzeug aufschwimmen (Wasserglätte). Verringern Sie auch in diesem Fall die Geschwindigkeit. Positiv wirkt sich eine gute Reifenprofiltiefe aus.
  • Frost: Auch der erste Frost ist im Herbst oft ein Problem, das zu schweren Unfällen führt. An schattigen Stellen (Waldgebiete) ist daher ganz besondere Vorsicht geboten.

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