Ratgeber: Sicher unterwegs bei Schnee und Eis


Nachttemperaturen unter dem Gefrierpunkt, dazu immer wieder Schneefall, glatte Straßen und dichter Nebel sorgen für Chaos auf den Straßen. Verkehrsunfälle wegen nicht angepasster Fahrweise und falscher Einschätzung der Wetterlage häufen sich in dieser Jahreszeit. Vielen Feuerwehren bietet sich bei einem Verkehrsunfall oft ein schreckliches Bild. Damit Sie mit Ihrem Fahrzeug sicher durch den Winter kommen, haben wir einige Tipps zusammen gestellt.

 

Vor der Fahrt


Eingeschneit? Fahrzeuge sollten vor der Fahrt vom Schnee befreit werden.

Eingeschneit? Fahrzeuge sollten vor der Fahrt vom Schnee befreit werden. (Foto: pixelio.de, Christine Lange)

Bevor Sie mit Ihrem Fahrzeug in den Winter starten, sollten Sie einige wesentliche Punkte prüfen:

  • Ist der Kühler-Frostschutz für Ihr Fahrzeug noch ausreichend? Prüfen können Sie dies bei Ihrer Werkstatt und an den meisten Tankstellen
  • Wurde ein Frostschutz für die Scheibenreinigungsanlage eingefüllt? Achten Sie beim Einfüllen auf die richtige Mischung.
  • Ist die Beleuchtung des Fahrzeuges in Ordnung? Auch hier hilft Ihnen Ihre Kfz-Werkstatt.
  • Sind die Wischerblätter des Fahrzeugs in Ordnung? Ersetzen Sie schmierende Scheibenwischerblätter umgehend durch neue. Nur so ist eine einwandfreie Sicht gewährleistet.
  • Ist die Batterie des Fahrzeugs noch in Ordnung? Prüfen lassen können Sie dies ebenfalls bei Ihrer Werkstatt. Sofern die Batterie zu schwach ist, lassen Sie diese tauschen oder nachladen.

Was auf jeden Fall in Ihr Fahrzeug gehört:

  • Eiskratzer: Legen Sie auch einen zweiten Eiskratzer und Enteisungsspray außerhalb Ihres Fahrzeugs bereit.
  • Wolldecke oder Wärmefolie falls Sie in einen Stau geraten
  • Besen, um das Fahrzeug vom ersten Schnee zu befreien

 

Sollte Ihr Fahrzeug nicht in einer Garage stehen, sind Halbgaragen und Thermofolien empfehlenswert. So können Sie Ihr Fahrzeug entweder komplett abdecken oder Ihre Windschutzscheibe vor Frost und Eis schützen. Fündig werden Sie zum Beispiel im Kfz-Fachhandel.

  • Informieren Sie sich vor der Fahrt über die Wetterlage. Planen Sie je nach Wetterlage mehr Zeit für Ihre Fahrt ein.

 

Diese Seite wird in regelmäßigen Abständen mit den neuesten Wetterwarnungen des deutschen Wetterdienstes aktualisiert. So sind Sie noch schneller über die aktuellen Witterungsverhältnisse informiert.

Winterreifen


Winterreifen

Sind die Winterreifen noch zu gebrauchen? Das Profil ist entscheidend! (Foto: pixelio.de, Paul-Georg Meister)

Die am 4. Dezember 2010 in Kraft getretene Straßenverkehrsordnung regelt, dass Fahrzeuge bei Schnee, Eis und Matsch mit Winterreifen auszurüsten sind. Die Gesetzesänderung gilt ohne Übergangsfrist. Reifen mit dem "M+S"-Aufdruck (Matsch und Schnee) sind Pflicht bei Glatteis, Schneematsch und Schneeglätte. Darunter fallen auch Ganzjahresreifen, die ebenfalls diesen Aufdruck besitzen. Noch besser geeignet sind Reifen, auf denen zusätzlich zu "M+S" eine Schneeflocke in einem Bergpiktogramm abgebildet ist.

 

Auch wenn Sie nicht der Fahrzeughalter sind, müssen Sie darauf achten, dass das Fahrzeug - sofern es bei Schnee und Eis bewegt wird - mit Winterreifen ausgerüstet ist. Wer bei winterlichen Straßenverhältnissen mit Sommerreifen unterwegs ist, riskiert eine Strafe von 40 Euro und einen Punkt in der Verkehrssünder-Datei in Flensburg. Behindern Sie andere Verkehrsteilnehmer wird ein Bußgeld in Höhe von 80 Euro und ein Punkt fällig. Außerdem kann Ihre Kfz-Versicherung im Schadenfall Probleme machen.

 

Wann sollte auf Winterreifen gewechselt werden?

Hier gibt es auch nach der Gesetzesanpassung keinen festgelegten Zeitraum. Jedoch hat sich O-bis-O-Regel bewährt. Das heißt von Oktober bis Ostern sollten Sie Ihr Fahrzeug mit Winterreifen fahren.

 

Wo sollte das Reifenpaar mit dem besseren Profil montiert werden?

Auf Vorder- und Hinterreifen wirken unterschiedlich große Kräfte. Montieren Sie deshalb das Räderpaar mit dem besseren Profil auf die Hinterachse. Zu wenig Grip an den Hinterrädern kann zum Ausbrechen des Fahrzeuges führen, was wesentlich schwieriger zu kontrollieren ist als ein Untersteuern.

 

Welche Profiltiefe sollten die Reifen besitzen?

Die gesetzlich vorgeschriebene Mindest-Profiltiefe für Reifen beträgt 1,6 Millimeter. Der ADAC empfiehlt allerdings, Reifen unter einer Profiltiefe von 4 Millimetern nicht mehr für den Wintereinsatz zu verwenden.

 

Wie werden Reifen durchgewechselt?

Wechseln Sie im folgenden Winter immer Reifenpaare. Das heißt die hinteren Räder auf die Vorderachse, die vorderen auf die Hinterachse.

Unterwegs


Dichter Nebel gehört zu den häufigsten Unfallursachen. (Foto: pixelio.de, Thomas M. Müller)

Dichter Nebel gehört zu den häufigsten Unfallursachen. (Foto: pixelio.de, Thomas M. Müller)

  • Säubern Sie Ihr Fahrzeug gründlich von Eis und Schnee. Ein kleines Guckloch reicht auf keinen Fall aus, um sicher fahren zu können. Werden Sie mit einem Guckloch erwischt, müssen Sie mit einer Strafe von 35 Euro rechnen. Ebenso kann es bei einem Unfall zu Konsequenzen mit Ihrer Kfz-Versicherung kommen. Wenn Sie mit einem nicht ausreichend enteisten Fahrzeug einen Unfall verursachen, haben Sie die Kosten selbst zu tragen.
  • Fahren Sie Ihren Motor warm! Im Stand warmlaufen lassen bringt keine Vorteile, da sich der Motor langsamer erwärmt und der Kühlkreislauf somit weniger Wärme an die Lüftungsdüsen abgeben kann. Zudem schädigen Sie die Umwelt durch Abgase und unnötigen Benzinverbrauch
  • Bei schlechten Sichtbedingungen und glatten Straßen gilt generell: Passen Sie Ihre Fahrweise an das Wetter an. Denken Sie an längere Bremswege und an den plötzlich aus dem Nebel auftauchenden Vorausfahrenden.
  • Halten Sie mehr Abstand zu Ihrem Vordermann. Der ADAC empfiehlt bei 100 Metern freie Sicht eine Geschwindigkeit von ca. 80 km/h, bei 150 Metern etwa 100 km/h. Orientieren können Sie sich an den Leitpfosten entlang der Fahrbahn. Diese sind im 50-Meter-Abstand aufgestellt. Können Sie nur einen Pfosten erkennen, sollten Sie nicht schneller als 50 km/h fahren.
  • Schalten Sie bei Geschwindigkeiten unter 50 km/h und/oder dichtem Nebel die Nebelschlussleuchte Ihres Fahrzeugs ein.
  • Schalten Sie auch am Tag das Abblendlicht Ihres Fahrzeugs an. So können sie andere Verkehrsteilnehmer früher erkennen.

Autopanne


An Notrufsäulen können Sie Hilfe anfordern (Foto: pixelio.de, Claudia Hautumm)

An Notrufsäulen können Sie Hilfe anfordern (Foto: pixelio.de, Claudia Hautumm)

Auch das beste Fahrzeug kann durch eine Panne liegen bleiben. Wichtig ist: Bewahren Sie Ruhe. Es besteht kein Grund zur Hektik.

  • Schalten Sie bei einer Fahrzeugpanne die Warnblinkanlage Ihres Fahrzeugs an.
  • Wenn Sie Ihr Fahrzeug verlassen, achten Sie unbedingt auf den nachfolgenden Verkehr. Stellen Sie das Warndreieck in einer Entfernung von etwa 100 Metern (Autobahn 150 bis 250m) hinter dem Fahrzeug auf.
  • Rufen Sie den Pannendienst. Sollten Sie kein Mobiltelefon zur Hand haben, weisen Ihnen die Leitpfosten am Fahrbahnrad denn kürzesten Weg zur nächsten Notrufsäule. Auf diesen ist ein Pfeil angebracht, der in die Richtung der Notrufsäule zeigt.
  • Warten Sie hinter der Leitplanke (sofern vorhanden) auf den Pannendienst.

 

So kommen Sie auch im Winter sicher an Ihr Ziel.